Merz hat ihn auf dem Zettel
Bundespräsidenten-Wahl: Wird Rhein das Rennen machen?
Archivbild: O|N / Mathias Schmidt
03.08.2026 / REGION -
Er regiert Hessen - könnte er bald ganz Deutschland repräsentieren? Laut einem Bericht der BILD-Zeitung wird Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) zunehmend als möglicher Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt. Für Hessen wäre das eine bemerkenswerte Nachricht: Der Politiker, der seit 2022 von Wiesbaden aus die Geschicke des Landes lenkt, könnte schon bald das höchste Staatsamt der Bundesrepublik übernehmen.
Sollte Rhein tatsächlich als Kandidat aufgestellt und am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung gewählt werden, müsste Hessen einen neuen Ministerpräsidenten oder eine neue Ministerpräsidentin finden - mit weitreichenden Folgen auch für die Landespolitik. Rhein regiert derzeit in einer schwarz-roten Koalition mit der SPD, die BILD zufolge als vergleichsweise geräuschlos gilt.
Der Rückhalt aus Berlin
Wie BILD berichtet, schätzt Kanzler Friedrich Merz (CDU) Rhein vor allem wegen dessen juristischer Kompetenz. Der gelernte Jurist war von 2019 bis 2022 hessischer Landtagspräsident und trat in dieser Zeit betont zurückhaltend und ausgleichend auf. In der Unions-Koalition in Berlin wächst offenbar die Sorge vor möglichen Staatskrisen, sollte die AfD künftig in einzelnen Bundesländern - etwa in Sachsen-Anhalt - den Ministerpräsidenten stellen. Für diesen Fall wünsche sich Merz ein Staatsoberhaupt mit ausgeprägter Kenntnis des Grundgesetzes.Rückenwind erhält Rhein laut BILD zudem von seinem einstigen politischen Förderer Roland Koch, dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten, der heute als einflussreicher Berater von Merz gilt - eine Verbindung, die in der hessischen CDU seit Jahren als besonders eng gilt.
Konkurrenz um das höchste Amt
Neben Rhein kursieren weiterhin die Namen Ilse Aigner (CSU), Julia Klöckner und Karin Prien (beide CDU) als mögliche Kandidatinnen. Eine offizielle Entscheidung des Kanzlers steht noch aus - sie wird laut BILD in den kommenden Wochen erwartet. (mmb) +++Archivbild: O|N / Carina Jirsch