"Wir sollten uns die Hand reichen"

Zwischen Schwarz und Regenbogenfarben: CSD setzt deutliches Zeichen

Der Regenbogen steht für Vielfalt – Schwarz steht für Trauer, aber auch Widerstand.
Fotos: Philipp Gerhard

01.08.2026 / SCHLÜCHTERN - Nach dem Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin in der vergangenen Woche ist die queere Community noch immer schwer erschüttert. Das wurde auch bei der CSD-Demo in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) deutlich. Dort setzten die Teilnehmer ein deutliches Zeichen, indem sie sich ungewohnt schwarz kleideten. Trotz aller traurigen Nachrichten feierten sie aber dennoch ihre Vielfalt und selbstverständlich auch den Zusammenhalt.



Die Veranstaltung lief unter dem Motto: "Charakter. Stärke. Demokratie." Veranstalter Steve Euler stellte klar, dass Schwarz nicht nur die Farbe der Trauer sei, sondern auch ein Zeichen des Protestes und des Widerstands. "Schwarz bedeutet in der LGBTQ-Bewegung Würde, Widerstand und Zusammenhalt. Aber natürlich auch Trauer für die Opfer von Gewalt und Hass."

Teilnehmer widersetzen sich dem Hass in der Gesellschaft

Der Kundgebung am Stadtplatz ging ein Demozug voraus, der am "Untertor" Etwa 250 bis 300 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Aufgrund des Vorfalls aus der vergangenen Woche wurde auch in Schlüchtern die Polizeipräsenz vor Ort erhöht. Die Zahl der eingesetzten Polizeibeamten befand sich im mittleren zweistelligen Bereich - Steve Euler sprach im Zuge seiner Ansprache auch der Polizei seinen Dank aus. Aber auch Bürgermeister Matthias Möller würdigte er, der zwar nicht vor Ort sein konnte, aber trotz Gegenwind die Veranstaltungen stets unterstützte.

"Wir sollten zusammenhalten und wir sollten uns die Hand reichen", betonte Steve Euler, bevor die Ansprache in eine Schweigeminute überging, die viele Teilnehmer sichtlich bewegte.

Nach der Eröffnung von Veranstalter Steve Euler folgten noch weitere Redebeiträge und unter anderem auch eine Segnung von Vertretern der evangelischen Kirche und der jüdischen Gemeinde. "Ich bin überzeugt, dass unser Herrgott uns in Vielfalt geschaffen hat", betonte der evangelische Pfarrer Dirk Kroker in seiner Ansprache. Für die musikalische Untermalung sorgte DJ Andris. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie klar und deutlich ein Zeichen gesetzt werden kann und muss – das gilt vor allem dann, wenn man selbst immer wieder Opfer von Hass und Gewalt wird. (pg) +++

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