"Wir rüsten stetig nach"

CDU-Sommerbegehung: Zwischen Baustelle und Zukunft im Fuldaer Klinikum

Bei der alljährlichen CDU-Sommerbegehung informierten sich die Fraktionsvertreter darüber, wie die baulichen Maßnahmen am Klinikum voranschreiten, was bereits umgesetzt wurde und welche Projekte künftig geplant sind.
Fotos: Erik Spiegel

01.08.2026 / FULDA - Das Klinikum Fulda hat in den vergangenen Jahren erheblich in moderne Infrastruktur und hochmoderne Medizintechnik investiert. Die Qualität der ambulanten und stationären Patientenversorgung sowie der Strom-, Wasser- und weiteren Versorgungsinfrastruktur ist bereits seit Jahren mit der von Universitätskliniken in Dortmund, Mannheim oder Augsburg vergleichbar. Bei der alljährlichen CDU-Sommerbegehung informierten sich die Fraktionsvertreter darüber, wie die baulichen Maßnahmen am Klinikum vorangehen, was bereits umgesetzt wurde und welche Projekte künftig geplant sind.

Geleitet wurde die Begehung von der Fraktionsvorsitzenden Patricia Fehrmann, Fuldas Bürgermeister Dag Wehner und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Gemeinsam mit Interessierten aus CDU und Junger Union (JU) verschafften sie sich einen Einblick in die Projekte, die durch Fördermittel und Investitionen der Stadt ermöglicht wurden. Zudem gab es eine überraschende Ankündigung des Oberbürgermeisters.

Neue Parkfläche für Gesundheitsversorgung

Aktuell wird das Areal der ehemaligen Agip-Tankstelle in der Pacelliallee als Parkplatz für Bewohner und Besucher des Klinikums genutzt. Künftig möchte die Stadt Fulda die Parkplatzsituation am Klinikum verbessern und zusätzliche Flächen für die Gesundheitsversorgung schaffen. "Der Goodyear-Parkplatz wird interimsweise als Parkplatz für Besucher und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt", verkündete der Oberbürgermeister. Der Fußweg von der neuen Parkfläche zum Klinikum dauere etwa drei Minuten.

Hochmoderne Technik und umfassende Sanierungen

Peter Neidhardt, Prokurist sowie Leiter fpr Bau und Technik am Klinikum Fulda, gab den Anwesenden einen Einblick in den aktuellen Stand der Bauprojekte und einen Ausblick auf kommende Vorhaben. In diesem Jahr wurden bereits 20,5 Millionen Euro in Sanierungsmaßnahmen investiert. Dazu zählen sechs vollständig sanierte Stationen, zwei AWT-Hebeanlagen sowie sechs Aufzüge einschließlich des Feuerwehraufzugs. Eine weitere Station befindet sich derzeit noch in der Sanierung. "Für die Sanierung einer Station brauchen wir ein ganzes Jahr. Wir bauen bis auf den Rohbau zurück und errichten anschließend alles neu."

Auch im Bereich Brandschutz wurde umfangreich nachgerüstet. Während das Klinikum 2017 über 2.700 Brandmelder und 1.151 Brandschutztüren verfügte, stieg die Zahl bis 2025 auf 8.750 Brandmelder und 2.046 Brandschutztüren. "Das gibt Sicherheit", betonte Neidhardt.

Klinikum erzeugt Großteil seiner Energie selbst

Zudem erläuterte der Leiter Bau und Technik die Strom-, Kälte- und Wärmeversorgung des Klinikums. Erst im vergangenen Jahr wurden neue Kälteanlagen in Betrieb genommen, die Temperaturen auf bis zu 19 Grad Celsius senken können. Darüber hinaus erhielt die Kinderklinik zusätzliche Kühlgeräte. "Wir haben immer Bereiche, in denen nachgerüstet wird." Während die Stromversorgung vor einigen Jahren noch zu rund 80 Prozent über externe Energieversorger erfolgte, produziert das Krankenhaus inzwischen etwa 90 Prozent seines Energiebedarfs selbst. Auch bei der Trinkwasserversorgung konnten trotz Flächenerweiterung Einsparungen erzielt werden.

Tim Muth, administrativer Leiter der Zentralen Notaufnahme, gab zudem einen Einblick in die Entwicklung der Patientenzahlen der Notaufnahme sowie die Einteilung in Fallzahlen. Demnach werden dort durchschnittlich 161 Patienten täglich behandelt. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Anstieg auf durchschnittlich 169 Patienten pro Tag erwartet.

Bauprojekte von heute und morgen

Im ersten Untergeschoss wurde direkt neben der neuen Notaufnahme ein Diagnostikbereich für die Akutversorgung von Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten fertiggestellt. Die Kosten für das fünfjährige Bauprojekt belaufen sich auf 17 Millionen Euro. Ebenfalls neu ist die Zentrale Notaufnahme, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Herzkatheterlabor und zur Radiologie entstanden ist.

Im Wohnbau-Projekt des Klinikums "Junges Wohnen", das für Mitarbeiter im Waidesgrund vorgesehen ist, entstehen rund 173 Wohneinheiten. Das Erdgeschoss steht bereits. In wenigen Wochen sollen die ersten Fertigbäder aus Südtirol geliefert werden. "Der Bau läuft sehr gut."

Einblicke in Herzkatheterlabor und Elektrophysiologie

Im weiteren Verlauf der CDU-Sommerbegehung besuchten die Fraktionsvertreter das neu errichtete Herzkatheterlabor sowie die Elektrophysiologie (EPU). Dabei erhielten sie von Prof. Dr. Volker Schächinger (Klinikdirektor), Dr. med. J. Krug (leitender Abteilungsarzt der Elektrophysiologie) sowie Dr. med. Margit Niedhammer (Leitende Oberärztin der Medinzibischern Klinik I und Leiterin des Herzkatheterlabors sowie der Studienambulanz) praxisnahe Einblicke in die Arbeit der verschiedenen Fachbereiche.

Erstes Hessenhaus entsteht in Fulda


Auf dem Weg zum Fußball-Kreisoberligisten FSV Germania Fulda, bei dem die Fraktionsmitglieder die Sommerbegehung in geselliger Runde ausklingen ließen, legten sie einen kurzen Stopp am Spielplatz in der Adalbert-Stifter-Straße ein. Im Zuge eines Projekts, das mehr Raum und Licht in das Areal brachte, entstand zunächst die Idee für den Bau einer neuen Kindertagesstätte. Diese wurde jedoch aufgrund einer strategischen Neuausrichtung des zuständigen Investors verworfen. "Er wollte keine Immobilien mehr bauen und betreiben", erläuterte Bürgermeister Wehner.

Stattdessen ergab sich die Möglichkeit, auf der Grünfläche die Siedlungsentwicklung voranzutreiben und ein Modellhaus, das sogenannte Hessenhaus, zu errichten. Dafür muss der Gehweg vollständig verlegt werden. Der Umbau soll im August mit der Versetzung der Spielgeräte beginnen. Geplant sind eine Dreifachschaukel, ein Kletterhügel mit Rutsche sowie eine Hängematte. Darüber hinaus soll für ältere Kinder ein Bewegungspark mit Basketballkorb und Tischtennisplatten eingerichtet werden. (jk) +++

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