So reagiert das Forstamt
Mit dem Klimawandel klar kommen: Auch der Wald schwitzt
Fotos: Hans-Hubertus Braune
03.08.2026 / BURGHAUN -
Die Laubfrösche quaken genüsslich, Libellen fliegen fast geräuschlos durch die Gegend und die Insekten nippen am Tümpel. Fast scheint es, dass die anhaltende Trockenheit und die Hitze der Tierwelt in unseren Wäldern nichts anhaben können. Diese Szenerie entdecken wir bei einem Waldspaziergang im Revier des Forstamtes Burghaun (Landkreis Fulda).
Auf den ersten Blick scheint die Welt in unseren heimischen Wäldern also in Ordnung zu sein. Doch dieser Schein trügt.
Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus Braune schildern Forstamtsleiter Sebastian Keidel und sein Stellvertreter Jürgen Dickert die aktuelle Situation und erklären, wie sich die Behörde auf den Klimawandel eingestellt hat.
"Wir reagieren seit Jahren auf die Klimaveränderungen"
Die Waldexperten arbeiten daran, die Lebensgrundlagen zu verbessern. "Wir reagieren seit Jahren auf die Klimaveränderungen. Bei Neuaufforstungen setzen wir beispielsweise auf verschiedene Baumarten", sagt Dickert, der als stellvertretender Forstamtsleiter im Jahr 2012 vielfältige Aufgaben in den unterschiedlichen Bereichen vom Management der Flächen und Immobilien bis hin zur Waldpädagogik übernommen hat. Drei bis fünf verschiedene Baumarten mit ihren unterschiedlichen Reaktionen werden angepflanzt. Dabei spielt natürlich auch die Zusammensetzung des Erdreichs eine wichtige Rolle. Das Forstamt Burghaun betreut mit seinen 40 Mitarbeitern rund 17.000 Hektar Fläche, davon rund 10.000 Hektar Staatswald. Das Gebiet reicht von Rasdorf an der hessisch-thüringischen Landesgrenze bis zum Hattenbacher Dreieck im Westen in drei Landkreisen und zwei Regierungsbezirken."Wir planen für Generationen"
"Wir planen für Generationen", machen Keidel und Dickert im O|N-Gespräch deutlich. Neben den bekannten Arten wie Kiefern, Lärchen, Eichen und Buchen werden Douglasien, Küsten- und Weißtannen sowie Esskastanien oder auch Ahorn und Kirsche in unseren Wäldern zu finden sein. Dabei beobachten sie die Reaktionen der einzelnen Bäume. Wer kommt mit welchem Wetter besser zurecht? Die Bandbreite ist groß. Weitere Informationen finden beispielsweise Privatwaldbesitzer auf der Internetseite der Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt.Abgerundete Waldwege: Zufahrt für Forst, Feuerwehr und Regenwasserabläufe
Natürlich müssen auch die Forstmaschinen in die Wälder, um die Holzwirtschaft zu beliefern. Die geschotterten Wege dienen aber auch den Einsatzkräften der Feuerwehren als notwendige Zufahrtswege. Dies hat der Waldbrand vor wenigen Tagen bei Lingelbach im angrenzenden Forstamtsbereich Romrod (Vogelsbergkreis) gezeigt. Zur Brandbekämpfung sind enorme Mengen an Löschwasser notwendig. Diese bringen die Feuerwehren mit riesigen, bis zu 10.000 Liter fassenden Behältern in die Wälder. Die Herausforderung bei Waldbränden ist, dass sich die Flammen auch unterirdisch ausbreiten können und deshalb aufwendige Löscharbeiten notwendig sind."Wir versuchen, das Wasser im Wald zu halten"
Auch mit Hilfe eines entsprechenden Förderprogrammes der Landesregierung werden zudem immer mehr Tümpel in den Wäldern angelegt. "Diese werden vom Oberflächenwasser gespeist. Hier ist der Boden tonhaltig, das Wasser versickert nicht. Wir versuchen so, das Wasser im Wald zu halten", sagt Dickert. Dadurch soll zudem verhindert werden, dass Sturzbäche entstehen und diese dann auf den Straßen und im nächsten Ort für Überschwemmungen sorgen. Ein weiteres Phänomen war die Trockenheit im vergangenen Winter. "Das hat Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel. Dieser hängt von den Regenfällen im Winterhalbjahr ab", sagt Dickert.Das denken sich wohl auch die Laubfrösche im Waldtümpel vom Anfang. (Hans-Hubertus Braune) +++