Strom im Überflus

250.000 Euro fürs Stadtsäckel: Diese Stadt verdient kräftig an Wind und Sonne

Heringen produzierte 2025 rechnerisch mehr als zweieinhalbmal so viel erneuerbaren Strom, wie vor Ort verbraucht wurde.
Archivbild: O|N/Dennis Schmelz

29.07.2026 / HERINGEN (W.) - Mehr als doppelt so viel Strom wie benötigt, eine Viertelmillion Euro für die Stadtkasse und 13 weitere genehmigte Windräder: Heringen entwickelt sich immer stärker zu einem Gewinner der Energiewende. Schon heute könnte sich die Stadt rechnerisch mehr als zweimal vollständig mit dem erneuerbaren Strom versorgen, der auf ihrem Gebiet produziert wird.



Im Jahr 2025 erreichte Heringen eine Eigenversorgungsquote von mehr als 250 Prozent. Die Kommune im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erzeugt damit längst deutlich mehr erneuerbare Energie, als vor Ort verbraucht wird.

Bürgermeister Daniel Iliev wertet die Entwicklung als Beleg dafür, dass der Umbau der Energieversorgung gelingen kann. Heringen gehört selbst dem Netzwerk der hessischen Klima-Kommunen an. "Dass die Eigenversorgungsquote bei mehr als 250 Prozent liegt und Heringen damit theoretisch zweimal vollständig versorgt werden könnte, zeigt, dass die Energiewende tatsächlich möglich ist", erklärt Iliev gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

250.000 Euro fließen in den Haushalt

Von den Windkraft- und Photovoltaikanlagen profitiert die Stadt nicht nur bei ihrer Klimabilanz. Im vergangenen Jahr nahm Heringen dadurch rund 250.000 Euro ein. Das Geld stammt aus Pachtzahlungen, Gewerbesteuern und der finanziellen Beteiligung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Da weitere Anlagen bereits genehmigt oder geplant sind, dürften die Einnahmen in den kommenden Jahren noch steigen.

Die zusätzlichen Mittel sind bislang nicht für bestimmte Vorhaben reserviert. Sie können damit sowohl für neue Projekte verwendet werden als auch dabei helfen, finanzielle Lücken im Haushalt zu schließen.

"Die Bürger profitieren indirekt davon, dass die Stadt in den kommenden Jahren stabile Einnahmen generiert. Dadurch können entweder Projekte auf den Weg gebracht oder Haushaltslöcher geschlossen werden, ohne den Stadtsäckel zusätzlich zu belasten", sagt der Bürgermeister.

Stiftung und besondere Stromtarife im Gespräch

Neben diesen indirekten Vorteilen könnten die Einwohner künftig auch unmittelbar profitieren. Für den geplanten Windpark Gaishecke 2 sind unter anderem eine Stiftung oder besondere Stromtarife im Gespräch. Nach Angaben Ilievs hat der Projektentwickler entsprechende Möglichkeiten in Aussicht gestellt. "Genau solche Beispiele würde ich mir künftig noch häufiger wünschen", betont er.

13 weitere Windräder genehmigt

Der Ausbau der Windenergie in Heringen ist noch längst nicht abgeschlossen. Für den Windpark Gaishecke 2 wurden vier neue Anlagen genehmigt. Bei Gaishecke 3 sollen weitere sechs Windräder entstehen. Hinzu kommen drei Anlagen am Waltersberg, die bereits vom Regierungspräsidium Kassel genehmigt wurden. Insgesamt handelt es sich damit um 13 zusätzliche Windräder.

Auch bei der Solarenergie geht es weiter: Im Außenbereich des Stadtteils Wölfershausen soll auf rund 4,2 Hektar eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Heringens Rolle als einer der bedeutenden regionalen Erzeuger erneuerbarer Energie dürfte damit weiter wachsen. (Constantin von Butler) +++

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