Nach VW, Audi und Porsche

Letzter deutscher Autoriese zieht nach: BMW baut 8.000 Stellen ab

BMW plant weltweit den Abbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen.
Symbolbild: Pixabay

29.07.2026 / REGION - Nun reagiert auch BMW mit einem umfassenden Stellenabbau auf die Krise der deutschen Automobilindustrie. Weltweit sollen rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen. Damit würde sich die Belegschaft des Münchner Konzerns um gut fünf Prozent verkleinern. Ein großer Teil der Einschnitte dürfte Deutschland treffen.



Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen sollen betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermieden werden. Stattdessen setzt BMW auf natürliche Fluktuation und ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Dieses soll im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 laufen. Teilnehmen können demnach Beschäftigte an den deutschen Standorten, die nicht unmittelbar in der Produktion arbeiten.

Tausende Stellen in Deutschland betroffen

BMW beschäftigte zur Jahresmitte weltweit knapp 154.000 Menschen. Mehr als 84.000 von ihnen arbeiten in Deutschland. Da hierzulande auch das Abfindungsprogramm angeboten werden soll, könnte mehr als die Hälfte der geplanten Stellenstreichungen auf die deutschen Standorte entfallen. BMW selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Plänen.

Über einen möglichen Personalabbau wird bereits seit Mitte Juni spekuliert. Damals musste der neue Konzernchef Milan Nedeljkovic kurz nach seinem Amtsantritt eine deutliche Gewinnwarnung verkünden. Gleichzeitig kündigte der Autobauer an, seine Sparmaßnahmen durch zusätzliche Struktur- und Effizienzprogramme auszuweiten.

Der Gesamtbetriebsrat hatte daraufhin schnelle und verbindliche Gespräche verlangt. Rund sechs Wochen später sollen sich Arbeitnehmervertreter und Konzernführung auf die Grundzüge des Programms verständigt haben. Das freiwillige Abfindungsangebot soll nicht auf einzelne Abteilungen beschränkt werden, sondern grundsätzlich mehreren Zehntausend Beschäftigten außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion offenstehen.

Autokonzerne kämpfen mit zahlreichen Krisen

Wie teuer der Stellenabbau für BMW wird, ist bislang offen. Finanzchef Walter Mertl hatte im Juni Einmalbelastungen von rund einer Milliarde Euro für die Umstrukturierung angekündigt. Unklar blieb jedoch, welcher Anteil davon für Abfindungen vorgesehen ist und wie hoch die jährlichen Einsparungen ausfallen sollen.

BMW war bislang der letzte große deutsche Autokonzern ohne umfangreiches Stellenabbauprogramm. Volkswagen, Mercedes, Audi und Porsche hatten bereits zuvor Einschnitte angekündigt. Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass Porsche in Deutschland weitere 5.000 Arbeitsplätze streichen will. (Constantin von Butler) +++

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