Nach Afghanistan

Vergewaltigung, Raub, Körperverletzung: Hessen schiebt Straftäter ab

Die vier aus Hessen abgeschobenen Personen befanden sich zuvor allesamt in Hafteinrichtungen.
Archivfoto: O|N/Marvin Myketin

29.07.2026 / REGION - Sie saßen allesamt in Haft und waren unter anderem wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, Diebstahls und Beihilfe zum Raub verurteilt: Vier Straftäter aus Hessen sind am Mittwoch nach Afghanistan abgeschoben worden. Insgesamt brachte ein vom Bundesinnenministerium organisierter Flug 31 afghanische Staatsangehörige von Leipzig aus in ihr Herkunftsland.



Nach Angaben des hessischen Innenministeriums waren die meisten der Abgeschobenen wegen schwerer und schwerster Straftaten verurteilt worden. Die Rückführungsmaßnahme sei planmäßig durchgeführt worden.

Vier Personen kamen aus hessischer Haft

Hessen beteiligte sich mit vier Straftätern an dem Abschiebeflug. Alle vier befanden sich zuvor in Hafteinrichtungen. Nähere Angaben zu den einzelnen Verurteilungen, dem Alter der Personen oder den jeweiligen Haftorten machte das Ministerium nicht. Innenminister Roman Poseck sieht die Rückführung als Ergebnis der veränderten Migrationspolitik der Bundesregierung.

"Die heutige Abschiebung nach Afghanistan ist ein weiteres Ergebnis der Anstrengungen der Bundesregierung, afghanische Straftäter in ihr Land zurückzuführen", so Poseck in einer Pressemitteilung an OSTHESSEN|NEWS. Der CDU-Politiker verwies dabei unter anderem auf verstärkte Grenzkontrollen, das Aussetzen des Familiennachzugs sowie Gespräche über Abschiebungen nach Afghanistan.

Poseck: Abschiebung habe Deutschland sicherer gemacht

Der Innenminister bezeichnete die vier abgeschobenen Personen als Gefahr für die öffentliche Sicherheit. "Es handelt sich um Straftäter, die eine Gefahr für unsere Sicherheit dargestellt haben. Der heutige Abschiebeflug hat unser Land damit auch sicherer gemacht. Das ist auch ein wichtiges Signal für das Funktionieren unseres Rechtsstaats." Auch künftig sollen Straftäter und Gefährder nach den Vorstellungen der Landesregierung bei Rückführungen Vorrang haben. "Wir werden auch in Zukunft die Priorität auf Abschiebungen von Straftätern und Gefährdern legen."

Poseck kündigte zugleich an, dass in einem weiteren Schritt auch andere volljährige und ausreisepflichtige Männer nach Afghanistan abgeschoben werden sollen. Er nannte dabei insbesondere Personen, die nach Einschätzung des Ministeriums schlecht integriert sind und Sozialleistungen beziehen.

Erfolgsquote bei Abschiebungen gestiegen

Nach Angaben des Innenministeriums bewegen sich die hessischen Abschiebezahlen im laufenden Jahr auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2025. Gleichzeitig habe die Zahl der freiwilligen Ausreisen im ersten Halbjahr zugenommen. Auch die Erfolgsquote der geplanten Rückführungen sei gestiegen. Im Jahr 2023 wurden demnach 48 Prozent der vorgesehenen Abschiebungen tatsächlich vollzogen. 2024 waren es 54 Prozent, ein Jahr später 59 Prozent.

Im Mai 2026 lag die Quote nach Ministeriumsangaben bei 70 Prozent, im Juni bei 73 Prozent. Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich eine Erfolgsquote von 64 Prozent. Poseck betonte, eine Abschiebung stehe stets am Ende eines rechtsstaatlichen Verfahrens. Eine freiwillige Ausreise habe Vorrang. Trotz der gesunkenen Zugangszahlen sieht der Innenminister weiteren Handlungsbedarf und fordert zusätzliche Entlastungen für Staat und Gesellschaft. (Constantin von Butler/pm) +++

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