350.000 Euro investiert

Stromverbrauch halbiert: Kläranlage Leusel wird zum Energie-Vorreiter

Die Kläranlage Leusel hat ihren monatlichen Stromverbrauch durch neue Technik deutlich reduziert.
Fotos: Privat

29.07.2026 / ALSFELD - Von alter Technik aus den 1980er-Jahren zum beinahe energieautarken Betrieb: Die Kläranlage Leusel hat ihren Stromverbrauch massiv reduziert. Rund 350.000 Euro wurden bereits in die Modernisierung investiert. Nun soll ein Batteriespeicher dafür sorgen, dass der selbst erzeugte Solarstrom noch effizienter genutzt werden kann.



Die Kläranlage gehört zum Abwasserverband Antrifttal und war technisch in die Jahre gekommen. Nach Angaben des Antrifttaler Bürgermeisters Dietmar Krist zeigt die Erneuerung inzwischen deutliche Wirkung.

Verbrauch nahezu halbiert

Allein durch den Austausch der alten Technik sank der monatliche Stromverbrauch demnach von rund 9.400 Kilowattstunden auf etwa 4.500 Kilowattstunden. Seit März ist zusätzlich eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 65 Kilowatt-Peak in Betrieb.

Dadurch konnte der Strombezug nochmals deutlich reduziert werden. Aktuell müssen monatlich nur noch rund 2.000 Kilowattstunden hinzugekauft werden. Im Juni erzeugte die Photovoltaikanlage nach Angaben des Verbandes sogar doppelt so viel Strom, wie die Kläranlage im selben Zeitraum verbrauchte.

Pumpen und Belüftung laufen ständig

Kläranlagen haben grundsätzlich einen hohen Energiebedarf. Zahlreiche technische Anlagen müssen dauerhaft betrieben werden, damit die Abwasserreinigung zuverlässig funktioniert. "Die Abwasserreinigung braucht ständig Strom für die Pumpen und die Belüftung, um die Abwässer störungsfrei zu reinigen", erläutert Dipl.-Ing. Winfried Konle vom Baugrund Institut, der die Betriebsführung des Verbandes innehat. Durch die bisherigen Optimierungsmaßnahmen könnten über das Jahr hinweg Stromkosten im fünfstelligen Bereich eingespart werden. Mittelfristig sei es möglich, die Anlage nahezu energieneutral zu betreiben.

Batteriespeicher soll Solarstrom sichern

Der Verbandsvorstand hat deshalb grünes Licht für den nächsten Schritt gegeben. Auf dem Gelände soll zusätzlich ein Batteriespeicher installiert werden. Damit könnte überschüssiger Solarstrom zwischengespeichert und auch dann genutzt werden, wenn die Photovoltaikanlage gerade weniger Energie liefert. Für die Anschaffung ist ein Förderantrag über das Programm KlimaKommunen Hessen vorgesehen.

Bürgermeister Dietmar Krist sieht den Abwasserverband mit den bisherigen Investitionen und den geplanten Maßnahmen gut für die künftigen Herausforderungen aufgestellt. (Constantin von Butler/pm) +++

Rund 350.000 Euro wurden bislang in die Modernisierung der Anlage investiert.

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