Dramatischer Anstieg in 2026

Rekordzahl an Badetoten: So gefährlich sind Seen und Flüsse

Die Zahl der Badetoten ist im Jahr 2026 dramatisch angestiegen.
Symbolbild: ON

03.08.2026 / REGION - Die Zahl der Badetoten ist im Jahr 2026 dramatisch angestiegen. Allein im Juni kamen nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 99 Menschen durch Ertrinken ums Leben. Dies stellt einen traurigen Höchststand dar. So viele Todesfälle habe es laut der DLRG seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gegeben.



Die wiederkehrenden Hitzewellen dieses Sommers treiben viele Menschen an Badeseen, Flüsse und Küsten. Bei Rekordtemperaturen und zahlreichen Sonnenstunden suchen viele nach einer Abkühlung. Besonders Badeseen und Flüsse erfreuen sich großer Beliebtheit, sind jedoch häufig unbewacht. Offene Gewässer bergen mit Strömungen, wechselnden Tiefen und eingeschränkter Sicht besondere Gefahren.

Hinzu kommt, dass viele Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Fähigkeiten überschätzen oder die Risiken unterschätzen. Besonders häufig verunglücken Männer. Im Juni waren die meisten Ertrunkenen männlich - unter den jungen Todesopfern waren es sogar ausschließlich Männer.

Kaltes Wasser trotz Sommerhitze

Ein weiteres Risiko stellen die teils erheblichen Temperaturunterschiede im Wasser dar. Während sich die Wasseroberfläche durch die Sonneneinstrahlung stark erwärmt, bleiben tiefere Wasserschichten selbst im Hochsommer oft überraschend kalt. Diese plötzlichen Temperaturwechsel können Muskelkrämpfe auslösen und insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen Herzrhythmusstörungen oder Kreislaufprobleme begünstigen.

Ertrinken sieht meist nicht aus wie im Fernsehen

Ertrinken verläuft in der Realität häufig ganz anders, als es Filme oder Fernsehserien vermitteln. Betroffene schlagen meist nicht wild mit den Armen, rufen laut um Hilfe oder strampeln hektisch. Stattdessen geschieht Ertrinken oft nahezu geräuschlos. Menschen in akuter Lebensgefahr sind in erster Linie damit beschäftigt, den Kopf über Wasser zu halten. Für gezielte Hilferufe oder auffällige Bewegungen bleibt häufig keine Kraft. Dadurch wird eine lebensbedrohliche Situation von Umstehenden oft zu spät erkannt.

Ertrinken lässt sich häufig verhindern

Viele Ertrinkungsunfälle können durch einfache Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden. Vor dem Baden sollte sich der Körper langsam abkühlen, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Nach Möglichkeit sollte nur an bewachten Badestellen geschwommen werden. Auf das Schwimmen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen sollte grundsätzlich verzichtet werden.

Darüber hinaus gilt: Niemals allein schwimmen und stets aufeinander achten. Wer Wassersportarten wie Stand-up-Paddling oder Surfen betreibt, sollte konsequent eine geeignete Schwimm- oder Rettungsweste tragen. Bereits einfache Verhaltensregeln können entscheidend dazu beitragen, schwere Badeunfälle und Todesfälle zu verhindern. (Dr. med. Adrian Böhm) +++

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