Hüttenberg zu Gast

Gegen den Zweitligisten viel gelernt: TV Flieden sammelt wertvolle Erfahrungen

Der TV Flieden traf im ersten Härtetest der Vorbereitung auf den Zweitligisten TV Hüttenberg.
Fotos: Andre Söllner

27.07.2026 / FLIEDEN - Der Klassenunterschied war von Beginn an deutlich sichtbar - trotzdem überwog beim TV Flieden nach dem Schlusspfiff die Zufriedenheit. Vor rund 300 Zuschauern unterlag der Oberliga-Aufsteiger dem Handball-Zweitligisten TV Hüttenberg im ersten Härtetest der Vorbereitung zwar klar mit 7:53 (2:29), nahm aus dem Duell mit dem Profiteam aber zahlreiche Erkenntnisse mit.



Dabei begann die Partie sogar mit einer Überraschung: Tim Bagus brachte die Gastgeber mit dem ersten Angriff der Begegnung in Führung. Es sollte allerdings ein kurzes Aufbäumen bleiben. Hüttenberg übernahm sofort das Kommando, spielte mit enormem Tempo, hoher Passsicherheit und einer Qualität, die den Unterschied zwischen zweiter Liga und Oberliga eindrucksvoll verdeutlichte.

Für Fliedens neuen Trainer Dominic Di Meglio stand das Ergebnis deshalb nie im Mittelpunkt. "Es war ein geiles Spiel für die Jungs. Sie haben sich das über den Aufstieg verdient, gegen einen Zweitligisten zu spielen und einmal Handball mit Harz auf diesem Niveau zu erleben", erklärte der Coach nach der Begegnung. Sein Team habe die Dinge, die man sich vorgenommen habe, im Laufe der Partie immer besser umgesetzt. "Das Ergebnis ist zweitrangig - das Event zählt."

Harz: große Umstellung

Gerade der Umgang mit dem im Profibereich üblichen Harz stellte die Gastgeber immer wieder vor Probleme. Ungenaue Zuspiele und technische Fehler waren die Folge. "Handball mit Harz und ohne Harz sind fast zwei verschiedene Sportarten", brachte es Ex-Nationaltorhüter Uli auf den Punkt, der die Entwicklung des Spiels beobachtete. Solche Erfahrungen seien für die jungen Spieler enorm wertvoll.

Auch Stefan Kneer, Trainer des TV Hüttenberg, zeigte sich mit dem ersten Test der Vorbereitung zufrieden. Der frühere Nationalspieler hatte seiner Mannschaft klare Aufgaben mitgegeben und sah viele davon erfüllt. Das Spiel sei ein lockerer Einstieg in die Vorbereitung gewesen, bei dem Fehler durchaus erlaubt gewesen seien. Welche Schlüsse er im Detail daraus ziehe, wolle er allerdings intern behalten.

Auf Fliedener Seite war vor allem Tim Bagus erfolgreich, der fünf der sieben Treffer erzielte. Felix Ebert und Luis Scheich sorgten in der Schlussphase für die weiteren Tore. Defensiv stabilisierte sich der TVF nach der Pause etwas und kassierte deutlich weniger Gegentreffer als noch in den ersten 30 Minuten.

Für beide Trainer spielte der Blick auf die neue Saison bereits eine wichtige Rolle. Konkrete Tabellenziele wollte jedoch keiner formulieren. Während Hüttenberg seine Ziele gemeinsam mit der Mannschaft erst in den kommenden Wochen festlegen will, setzt Flieden als Oberliga-Aufsteiger auf Entwicklung statt auf Platzierungen.

"Wir wollen uns in jedem Training und in jedem Spiel verbessern", sagte Di Meglio. Entscheidend sei, den zahlreichen jungen Spielern aus Flieden und der Region eine Plattform zu bieten, auf der sie sich kontinuierlich weiterentwickeln können. Mit einem rund 25 Spieler umfassenden Kader herrsche derzeit eine hohe Trainingsqualität - die Grundlage dafür, auch in der Oberliga bestehen zu können.

Trotz der deutlichen Niederlage war der Auftritt gegen den Zweitligisten deshalb vor allem eines: eine wertvolle Standortbestimmung und ein besonderes Erlebnis, das den Fliedener Handballern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. (nk)+++

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