Betrüger haben gesiegt

Liebe vorgetäuscht, Geld verloren: So lässt sich Love-Scamming erkennen

Betrugsmasche über Social Media.
Symbolfotos: Pixabay.

25.07.2026 / BAD SALZSCHLIRF - Ein Mann aus Bad-Salzschlirf (Landkreis Fulda) glaubte, die große Liebe gefunden zu haben - stattdessen verlor er rund 800 Euro. Über mehrere Wochen schrieb ihm eine vermeintliche Frau über Social Media, baute Vertrauen auf und brachte ihn schließlich dazu, Stream-Karten zu kaufen und ihr die Codes zu übermitteln. Erst später wurde dem Mann bewusst, dass er Opfer eines sogenannten Love-Scamming geworden war. Der Fall zeigt ganz deutlich: Ein solcher Betrug kann jeden treffen!


Beim Love-Scamming bauen die Betrüger gezielt eine emotionale Beziehung zu ihren Opfern auf. Das Ziel: Vertrauen gewinnen und anschließend Geld oder in diesem Fall Gutscheine erschleichen. Die Polizei rät, bei entsprechenden Nachrichten besonders aufmerksam zu sein.

Charme und Komplimente führen in die Kostenfalle

Love-Scammer suchen sich ihre Opfer meist über Social Media oder Dating-Plattformen. Schon nach kurzer Zeit überschütten sie ihr Gegenüber mit Komplimenten, Liebesbekundungen oder Zukunftsplänen. Das Resultat - eine emotionale Bindung, die das eigentliche Ziel verschleiern soll: Geld. Die Täter geben sich oft als attraktive Frauen oder Männer aus, nutzen gestohlene Fotos und kommunizieren in gutem Deutsch oder Englisch. Spätestens, wenn auf einmal finanzielle Hilfe benötigt oder nach Gutscheincodes gefragt wird, sollten Betroffene misstrauisch werden. Im aktuellen Fall aus Bad Salzschlirf verlangte die Unbekannte Stream-Karten im Wert von circa 800 Euro.

Lukas Rech vom Polizeipräsidium Osthessen betont, dass die Masche von der Gesellschaft unterschätzt werde. "Man muss die Menschen, vor allem ältere, immer wieder sensibilisieren. Gerne wird vergessen, wie vielfältig das Ganze ist", sagt er. Neben Kontaktaufnahmen über Social Media seien Betrugsversuche auch weiterhin klassisch per E-Mail oder über andere Kommunikationswege verbreitet.

So schützen Sie sich vor der Masche

Das osthessische Polizeipräsidium macht deutlich: Wer online eine Person kennenlernt, sollte Geldforderungen grundsätzlich kritisch hinterfragen. Gutscheine, Überweisungen und andere finanzielle Hilfen sollten niemals einfach so an Menschen geschickt werden, die nur über das Internet bekannt sind. Wenn der Verdacht eines solchen Love-Scammings besteht, sollte der Kontakt direkt abgebrochen werden. Am besten werden vorher noch Nachrichten, E-Mails und andere Beweise gesichert - zum Beispiel per Screenshot. Danach kann Anzeige erstattet werden. Die Betrüger sollten in jedem Fall blockiert werden, denn - hinter freundlichen Nachrichten und vermeintlichen Liebesbekundungen stecken nicht immer ehrliche Absichten. Ein gesundes Maß an Misstrauen kann im Zweifel vor hohen finanziellen und emotionalen Schäden schützen. (vm) +++

X