Freien Wohnraum für Hilfe anbieten
Hochschule Fulda vernetzt Studierende mit Menschen aus der Region
Fotos: Hochschule Fulda, Nicolas Heinisch, Johannes Ruppel
24.07.2026 / FULDA -
Um dem Problem der oftmals langwierigen Wohnungssuche entgegenzuwirken, hat sich das International Office (IO) der Hochschule Fulda an einer Projektidee einiger anderer Hochschulen und Studierendenwerke orientiert: Mit dem Projekt "Wohnen für Hilfe" sollen Wohnraumgebende und Studierende zusammengebracht werden. Wohnraumgebende stellen ein Zimmer oder Appartement zur Verfügung, Studierende unterstützen im Gegenzug im Haushalt oder bei der Pflege der Außenanlage.
Gerade für internationale Studierende kann dies eine gute Möglichkeit sein, Wohnraum zu finden und sich statt hoher Mieten durch Engagement bei den Wohnraumgebenden einzubringen. Während die eine Person händeringend bezahlbaren Wohnraum sucht, wünscht sich die andere Unterstützung im Alltag. "Wohnen für Hilfe" könnte diese Menschen in Wohnpartnerschaften zusammenbringen.
Eine solche Initiative sei für Wohnraumsuchende und Wohnraumgebende gleichermaßen hilfreich, betont Stefanie Krecek, Koordinatorin für Wohnraum am International Office der Hochschule Fulda: "Unter anderem können so internationale Studierende bei der Integration und beim Kennenlernen deutscher Gewohnheiten unterstützt werden. Gleichzeitig bereichert das Projekt auch das Leben der Menschen, die freien Wohnraum anbieten. Viele, insbesondere ältere Menschen, leben allein in großen Wohnungen oder Häusern. Die Pflege und Instandhaltung ist oft kostspielig und wird im Alter zunehmend kraftraubend." Genau an dieser Stelle setzt das Projekt an – und das IO der Hochschule Fulda unterstützt dabei, die beiden Zielgruppen miteinander zu vernetzen.
Von der Idee "Wohnen für Hilfe" angesprochen fühlen sollen sich aber nicht nur ältere, alleinlebende Menschen, sondern auch Familien, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung. Internationale Studierende können sich – ebenso wie potenzielle Wohnraumgebende – ab sofort beim IO der Hochschule Fulda melden. Dieses führt Listen mit Interessenten und kann den Kontakt aufbauen. Erste Interessenten gibt es bereits auf beiden Seiten. Wie die Unterstützung einer Wohnpartnerschaft dann genau aussieht, wird individuell besprochen: "Meist handelt es sich um kleinere Aufgaben im Haushalt oder ums Wohnhaus. Ob Hilfe beim Putzen, bei der Gartenarbeit, beim Einkauf oder regelmäßige Fahrten zum Arzt – wie Form und Umfang der Hilfe sich gestalten, wird zuvor schriftlich festgelegt", erläutert Stefanie Krecek. Ausgenommen sind pflegerische oder medizinische Dienste jeglicher Art.
Rahmenbedingungen legen Wohnraumgebende fest
Was Wohnraumgebende für den zur Verfügung gestellten Wohnraum bekommen, können diese selbst festlegen. Beispielsweise könnten die Studierenden pro Quadratmeter bezogenen Wohnraum eine Stunde Hilfe pro Monat leisten – das macht also für ein 15 Quadratmeter großes Zimmer 15 Stunden Mitarbeit monatlich. Möglich anfallende Nebenkosten sind zusätzlich zu zahlen und werden entweder in die Unterstützungsleistung mit eingerechnet oder sind zwischen Wohnraumsuchende und Wohnraumgebende individuell zu vereinbaren.Weitere Informationen zur allgemeinen Projektidee unter studierendenwerke.de/themen/wohnen/tipps-zur-wohnungssuche/wohnen-fuer-hilfe (mp/pm) +++