Seit 30 Jahren vor Ort

13,5-Millionen-Euro-Investition: OSL baut "Zentral-HUB" massiv aus

Die Stückgutkooperation Online Systemlogistik (OSL) erweitert ihren "Zentral-HUB" im osthessischen Schlitz (Vogelsbergkreis).
Fotos: Moritz Bindewald

23.07.2026 / SCHLITZ - Die Stückgutkooperation Online Systemlogistik (OSL) erweitert ihren "Zentral-HUB" im osthessischen Schlitz (Vogelsbergkreis). Für 13,5 Millionen Euro entstehen dort in den kommenden Jahren fast 4.000 Quadratmeter zusätzliche Umschlagsfläche, 42 neue Tore und ein E-Ladepark für Lkw.



OSL ist ein Verbund selbstständiger Speditionen, die gemeinsam deutschlandweit sogenanntes Stückgut transportieren – Warensendungen, die größer sind als ein Paket, aber kleiner als eine ganze Lkw-Ladung, etwa Paletten mit Möbeln, Maschinenteilen oder Handelsware. Jeder Partner sammelt tagsüber Sendungen aus seiner Region ein und bringt sie nachts zum zentralen Umschlagpunkt, dem HUB in Schlitz. Dort werden alle Sendungen neu sortiert und auf Lkw in Richtung der jeweiligen Zielregionen verteilt, sodass sie noch in derselben Nacht weiterfahren und am nächsten Tag beim Partner vor Ort ausgeliefert werden können.

Möglich wird der nun geplante Ausbau durch den Zukauf eines Nachbargrundstücks: Bislang stand dort die Immobilie eines KEP-Dienstleisters, die dem Wachstum des Standorts im Weg stand. Nachdem das Grundstück zum Verkauf stand, griff OSL zu. Im Juni wurde das alte Gebäude bereits zurückgebaut, die eigentlichen Bauarbeiten sollen Ende des Jahres beginnen. Der Zentral-HUB in Schlitz bei Fulda ist seit 30 Jahren in Betrieb und wurde 1997/98 sowie mit dem Bau des benachbarten "ZUB II" im Jahr 2005 bereits erweitert. Durch den nun geplanten Anbau am "ZUB I" steigt die Zahl der Tore an beiden Standorten zusammen von bisher 220 auf 262. Die gesamte Umschlagsfläche wächst auf rund 21.000 Quadratmeter.

Geschäftsführerin: Kapazitätsgrenzen erreicht

OSL-Geschäftsführerin Petra Welling sprach von einer "glücklichen Fügung", die es dem Unternehmen ermögliche, am bewährten Standort in der Mitte Deutschlands zu wachsen. Die zusätzliche Fläche schaffe die Voraussetzung, weitere Partner in den Verbund aufzunehmen.

Man habe jahrelang nach einem verkehrsgünstig gelegenen Standort mit Wachstumsmöglichkeiten gesucht, so Welling, denn die bestehenden ZUBs seien bis an ihre Kapazitätsgrenze ausgelastet. Nur von einem zentralen Standort aus könne jeder Partner jede Nacht jede Relation erreichen – Schlitz liegt fast im geografischen Zentrum Deutschlands. Um die geplante Optimierung von Gebieten sowie die sogenannte 2-Partner-Strategie in nationalen Metropolen und im internationalen Geschäft umsetzen zu können, müsse OSL neue Partner aufnehmen – wofür mehr Umschlagsfläche und mehr Tore am Zentral-HUB nötig seien.

E-Ladepark mit Batteriespeicher und Photovoltaik

Parallel zur baulichen Erweiterung plant OSL einen E-Ladepark für Elektro-Lkw am Standort. Berechnungen des Unternehmens zufolge werden 18 Ladepunkte benötigt, für die eine Anschlussleistung von mindestens einem Megawatt exklusiv zur Verfügung stehen soll. Damit ließen sich rechnerisch bis zu 128 Lkw pro Tag laden. Die Steuerung der Ladevorgänge soll über eine flexible Software erfolgen, die den jeweiligen Bedarf ermittelt.

Abgesichert werden soll die Stromversorgung zusätzlich durch einen 20-Megawatt-Batteriespeicher sowie eine Photovoltaikanlage auf den unternehmenseigenen Dachflächen.

Die Planungen für die Ladeinfrastruktur sollen voraussichtlich im Herbst 2026 abgeschlossen sein, der E-Ladepark selbst 2028 in Betrieb gehen. Für die Übergangszeit können OSL-Partner ihre E-Lkw an nahegelegenen Autohöfen an der A7 laden: Fahrzeuge aus dem Süden am Autohof Fulda Nord, aus dem Norden am Autohof Niederaula – beide liegen rund 16 Kilometer vom Zentral-HUB in Schlitz entfernt. (mmb) +++

X