Hier spielen Kinder
Mit 100 km/h am Trampolin vorbei! Anwohner in Sorge - Behörden untätig
Foto: Privat
03.08.2026 / HOFBIEBER -
Hier spielen Kinder Sommer für Sommer im Garten. Nur wenige Meter weiter ist auf der Landstraße Tempo 100 erlaubt. Keine Leitplanke. Keine bauliche Trennung. Bereits mehrfach sei das nun schon beinahe übel geendet, klagen Anwohner. Die Reaktion der Behörden frustet.
Zuletzt ist am 9. Juli das Glück der Anwohner fast zur Neige gegangen: Ein Camper kam auf der L 3258 "Zur Hessenliede" in Hofbieber (Kreis Fulda) von der Fahrbahn ab und blieb am Hang neben der Straße stehen - nur wenige Meter von den Gärten der Anwohner entfernt. Für die Anwohner ist es der jüngste Beweis einer Gefahr, vor der sie seit langem warnen.
Eine lange Liste an Vorfällen
Es ist nicht der erste Warnschuss: Bereits im Mai 2024 löst sich ein Anhänger von einem Fahrzeug und landet im Garten einer Familie - nur Zufall bewahrt ein Kind vor Schlimmerem. Im August sowie Oktober 2025 kommen gleich mehrfach Fahrzeuge in der Region von der Straße ab - ein Auto überschlägt sich und landet im Feld, ein weiteres landet im Straßengraben.Die Reaktion der Behörden: nach Darstellung der Anwohner ein Ping-Pong-Spiel. Der Landkreis habe im Dezember 2025 die Zuständigkeit verneint und auf Gemeinde und Hessen Mobil verwiesen, Hessen Mobil im Januar 2026 wiederum auf Landkreis und Gemeinde. Passiert sei seitdem: nichts.
Landkreis will sich weiter abstimmen - so sieht (k)eine Antwort aus
Unsere Redaktion hat bei allen drei Stellen nachgefragt. Die Gemeinde Hofbieber zeigt sich verständnisvoll und teilt mit, man befürworte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit - könne aber selbst nichts entscheiden. Zuständig sei der Landkreis.Der Landkreis Fulda lässt sich mit einer Antwort besonders viel Zeit. Erst als unsere Redaktion nachhakt und auf den bevorstehenden Redaktionsschluss hinweist, kommt noch am selben Tag die dürre Auskunft: Man werde sich mit Polizei, Gemeinde und Hessen Mobil abstimmen. Eine eigene Positionierung? Fehlanzeige.
Die Anwohner wollen sich mit dem Ist-Stand nicht zufriedengeben. Ihre Botschaft ist eindeutig: Niemand soll später sagen können, davon habe man nicht gewusst. (mmb) +++