Wir haben beim Magistrat nachgefragt
Nach LGS und Hessentag: Richtet die Domstadt ein neues Mega-Event aus?
Symbolbild: O|N / Hans-Hubertus Braune
24.07.2026 / FULDA -
Zwei Jahre, zwei Ausnahmeereignisse: 2023 begrüßte die Stadt mit der Landesgartenschau über mehrere Monate hinweg hunderttausende Besucher, 2026 kamen zum Hessentag rund 1,1 Millionen Gäste nach Fulda. Teile der Konzerte auf dem Domplatz waren lange im Voraus ausverkauft.
Seither stellen sich viele in der Stadt dieselbe Frage: Was kommt jetzt? Beim Helferfest nach dem Hessentag äußerte Kulturamtsleiter Jürgen Peter den Wunsch nach einem weiteren Groß-Event (OSTHESSEN|NEWS berichtete) - und auch unsere Leserinnen und Leser wollten es wissen. Steht Fulda schon in den Startlöchern für das nächste Mega-Ereignis?
Wie wir bereits berichteten, hielten sich zuletzt Gerüchte, die Stadt bereite heimlich eine Bewerbung um die Bundesgartenschau vor. Und wenn nicht die BUGA - was dann?
Die nüchterne Antwort der Stadt
Ein neues Format dieser Größenordnung ist vorerst nicht in Sicht. Wie Johannes Heller von der Magistratspressestelle bereits in unserem Bericht zu den BUGA-Gerüchten erklärte, sei eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema derzeit wenig zielführend. Der Grund liegt weniger am fehlenden Willen als an der Systematik der BUGA-Vergabe: Die kommenden Ausrichterstädte stehen bereits bis 2038 fest, unter anderem das Obere Mittelrheintal, Wuppertal, Dresden und Dessau-Roßlau. Zudem hat sich mit Frankfurt bereits eine hessische Stadt formell beworben, sodass sich die Landesförderung dort konzentrieren dürfte. Selbst wenn Fulda wollte, käme die Stadt frühestens in gut einem Jahrzehnt zum Zug. Sportfest statt Publikumsmagnet
Das Landesturnfest findet vom 26. bis 30. Mai 2027 statt, über das Fronleichnamswochenende. Für fünf Tage wird Fulda zum Schauplatz des Turnsports: Rund 6.000 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet, die in etwa 300 Wettkämpfen in den städtischen Sporthallen gegeneinander antreten. Hinzu kommt ein Rahmenprogramm mit Konzerten, Shows und einer Gala, teils unter freiem Himmel, sowie eine Turnfestmeile in der Innenstadt. Mit rund 10.000 Besuchern rechnet die Stadt in Summe.Infrastrukturell bleibt der Aufwand überschaubar, schließlich werden bestehende Sporthallen genutzt und keine neuen Veranstaltungsflächen wie Domplatzarena oder Gartenschau-Gelände benötigt.
Der Größenvergleich macht den Unterschied sichtbar
Wie klein das Landesturnfest tatsächlich ausfällt, zeigt sich im Vergleich mit den übrigen Fuldaer Formaten. Der Weihnachtsmarkt übertraf 2025 die Marke von 800.000 Besuchern. Der Rosenmontagszug lockt je nach Wetter 50.000 bis 75.000 Zuschauer an einem einzigen Nachmittag in die Stadt. Die Domplatzkonzerte ziehen jährlich knapp 60.000 Gäste über eine Saison verteilt nach Fulda und der Musicalsommer rund 40.000 Besucher pro Jahr. Warum die Stadt vorerst auf neue Mega-Events verzichtet
Dass Fulda nach zwei derart großen Ereignissen nun erst einmal kürzertritt, liegt nicht an fehlendem Ehrgeiz. Eine Bewerbung um ein neues Format dieser Größenordnung bräuchte, wie unser BUGA-Bericht bereits zeigte, einen Vorlauf von vielen Jahren und die Zustimmung von Bund und Land. Beides ist derzeit nicht in Sicht, zumal sich mit Frankfurt bereits eine andere hessische Stadt formell beworben hat - und die Landesförderung damit gebunden ist, wie Heller bereits einordnete.Wer nach LGS und Hessentag auf ein ebenbürtiges drittes Großereignis gehofft hatte, wird in absehbarer Zeit zunächst enttäuscht. Das bedeutet aber nicht, dass Fulda als Eventstadt pausiert: Weihnachtsmarkt, Domplatzkonzerte und Musicalsommer ziehen weiterhin über das ganze Jahr verteilt Hunderttausende Gäste an. Ob langfristig doch noch einmal die Ambition auf ein Ereignis der LGS- oder Hessentag-Dimension aufkeimt, bleibt vorerst offen. (mmb) +++