Dritte Sommerbegehung
Park-Chaos, Schulsanierung und Wertstoffhof: CDU unterwegs im Münsterfeld
Fotos: Laura Struppe
18.07.2026 / FULDA -
Die Verkehrssituation der Carl-Schurz-Straße, der Ausbau der Münsterfeldallee und die Sanierung der Brüder-Grimm-Schule: Wie in vielen anderen Stadtteilen Fuldas gibt es auch im Münsterfeld einige Themen, die die Bürger beschäftigen. Um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen und mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen, war die Fuldaer CDU-Stadtverordnetenfraktion im Rahmen ihrer dritten Sommerbegehung am Freitagabend "im Quartier" unterwegs. Schnell wurde klar: Vor allem die Verkehrssituation rund um die Carl-Schurz-Straße sorgt bei vielen Anwohnern für Unmut.
Sommerzeit ist Begehungszeit: Seit fast 40 Jahren nimmt die CDU-Fraktion jedes Jahr in den Sommerferien verschiedene Orte in und um Fulda genau unter die Lupe. Das Ziel: Neueste Entwicklungen hautnah erleben und die verschiedensten Anliegen von Bürgern entgegennehmen. Dass dieses Angebot gut angenommen wurde, zeigte auch die rege Beteiligung am Freitag: Mehr als 50 Interessierte waren zum Treffpunkt an der Carl-Schurz-Straße gekommen.
Park-Chaos vor den Schulen
Als langjähriger Anwohner kennt Olaf Trägler die Situation in der Siedlung sehr gut. Sein größter Kritikpunkt: die Parkplatzsituation. "Vor allem, wenn die Schwestern-Schule da ist, ist die ganze Straße zugestellt und es gibt hier immer wieder Ärger mit uneinsichtigen Fahrern", äußerte er. Die Situation werde dazu während der Bring- und Abholzeiten der umliegenden Schulen und Kindertagesstätten verschärft, wie er betonte: "Teilweise stehen die Autos dann so, dass die Müllabfuhr nicht mehr an die Grundstücke herankommt, dann bleiben unsere Mülltonnen stehen." Zwar habe die Stadt in der Vergangenheit erste Maßnahmen unternommen und ein Parkverbotsschild aufgestellt, doch ohne fortlaufende Kontrolle durch das Ordnungsamt bleibe dessen Wirkung doch begrenzt. Was den ersten Punkt angeht, konnte Thomas Hering, der die Veranstaltung moderierte, schon mal Entwarnung geben: "Ohne jetzt zu konkret zu werden, hat der Stadtbaurat mir die Info gegeben, dass die Klinikschule mittelfristig in den Gallasiniring untergebracht werden soll. Das sollte schon für eine erste kleine Entlastung sorgen."
Wohnen trifft auf Gewerbe
Neben der Verkehrssituation war es den Anwohnern außerdem ein Anliegen, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Trägler betonte: "Hier wohnen viele Nationen im Haus zusammen, wir sind eine tolle Gemeinschaft und es läuft hier alles Hand in Hand. Vielleicht war die Situation mal eine andere, aber auch hier hat Entwicklung stattgefunden." Bürgermeister Dag Wehner lobte in diesem Zusammenhang das Quartier: "Für mich ist das hier ein gelungenes Beispiel dafür, wie man ein ursprünglich militärisch genutztes Areal in eine gute Zukunft führen kann. Hier trifft Wohnen auf Gewerbe und Bildung." Bei allen positiven Aspekten sehe er aber auch genau da die Herausforderung: "Hier treffen viele Interessen aufeinander und da gilt es für uns als Stadt natürlich immer wieder zu moderieren und zu schauen, dass wir diese unterschiedlichen Interessen zum einen im Sinne der Bewohner, aber auch im Sinne der Stadt unter einen Hut bekommen." 11,5 Millionen für Sanierungsmaßnahmen
Ein weiterer Punkt, der die Bewohner die letzten Monate und Jahre begleitet hat, ist die Sanierung der Brüder-Grimm-Schule. "Die Maßnahme hat mal ganz harmlos begonnen, denn eigentlich sollte nur die Fassade saniert werden", erklärte der Bürgermeister. Bei eingehender Untersuchung habe sich aber gezeigt, dass ein weitaus größerer Sanierungsbedarf bestehe - vor allem an den undichten Flachdächern und den Sanitäranlagen. "Innerhalb von zwei Jahren ist diese Sanierung dann erfolgt, und das neben dem regulären Schulbetrieb", erzählte er. Die 11,5 Millionen Euro, die in die Sanierung geflossen sind, habe man als Stadt aber sehr gerne investiert: "Wir wollen dafür sorgen, dass die Bildungsvoraussetzungen gut sind und das gilt besonders für Kinder mit Lernschwächen, die hier ihre Zukunft gestalten sollen." Wertstoffhof weiterhin umstritten
Der letzte Stopp führt die Anwesenden in die Münsterfeldallee, genauer gesagt an die geplante Zufahrt zum neuen Wertstoffhof - ein Projekt, das in der Vergangenheit immer wieder kontrovers diskutiert wurde. Hering versicherte: "Wir sind darauf bedacht, immer die bestmögliche Lösung zu finden und diese Fläche ist nun mal als Fläche für Fair- und Entsorgung ausgewiesen. Wenn man sieht, wie die Verkehrssituation am alten Wertstoffhof ist, wird man hier mit den neuen Lösungen auf lange Sicht positive Aspekte spüren." In diesem Zusammenhang bat er außerdem um Verständnis: "Jeder will mit dem Auto gut überall hinkommen, aber niemand will den Verkehr bei sich vor der Haustür haben. Wir sind eine Stadt mit verschiedenen Bedarfen und Vorhaben und diese Fläche ist perfekt für diese Maßnahme." Steigende Nachfrage nach Grundstücken
Das anliegende Neubaugebiet in Haimbach wurde ebenfalls kurz angerissen. Dort schreitet die Bebauung inzwischen sichtbar voran: Erste Häuser sind entstanden, weitere Bauvorhaben befinden sich in der Umsetzung. Was die Grundstücksverkäufe angeht, gebe es positive Entwicklungen, so Hering: "Die Nachfrage nach Grundstücken auf dieser Fläche steigt." Ein Thema, das die Anwesenden dabei besonders beschäftigte, war die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Die Verantwortlichen verwiesen darauf, dass auch in diesem Gebiet sozial gebundener Wohnraum vorgesehen sei. (Anna Weißenberger) +++