Besorgniserregende Entwicklung

Anstieg von über 40 Prozent: Immer mehr Insolvenzen in Osthessen

Immer mehr unternehmen in Osthessen müssen schließen.
Symbolbild: Pixabay

17.07.2026 / REGION - In Osthessen hat die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 zugenommen. Insgesamt wurden 17 Fälle registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es 12 Fälle. Das entspricht einem Anstieg von 41,67 Prozent, der Besorgnis erregt und Fragen nach den Ursachen aufwirft.



Damit entwickelt sich Osthessen im laufenden Jahr ähnlich wie Deutschland insgesamt. Bundesweit stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 um 7,8 Prozent auf 12.900 Fälle. Das ist der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2013.

Die Zahlen steigen weiter an

"Der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Osthessen zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage auch in unserer Region nicht von der gesamtdeutschen Entwicklung abkoppeln kann. Viele Unternehmen stehen weiterhin unter hoher Belastung", sagt Wolfram Busold, Geschäftsführer der Creditreform Kassel-Fulda.

Nach mehreren Jahren mit stark schwankenden Fallzahlen hat sich das Insolvenzgeschehen in Osthessen damit erneut nach oben bewegt. Nach 11 Fällen im Jahr 2022 und 20 Fällen im Jahr 2023 waren im ersten Halbjahr 2024 und 2025 jeweils 12 Unternehmensinsolvenzen registriert worden. Mit nun 17 Fällen liegt Osthessen wieder über den beiden Vorjahreswerten. Dies berichtet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Kassel / Fulda.

Auch wenn die absoluten Fallzahlen in Osthessen weiterhin überschaubar sind, sollte die Entwicklung aufmerksam beobachtet werden. Steigende Kosten, verhaltene Nachfrage und die anhaltend schwache Konjunktur belasten viele Unternehmen. Gerade in einer mittelständisch geprägten Region können sich solche Rahmenbedingungen spürbar auswirken.

Eine abschließende strukturelle Bewertung lässt sich aus den vorliegenden Zahlen noch nicht ableiten. Der aktuelle Anstieg macht jedoch deutlich, dass die wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen in Osthessen weiterhin hoch bleiben. (pg/pm) +++


Grafik: Creditreform Kassel

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