Landesfeuerwehrverband warnt
Steigende Waldbrandgefahr: Sicherheit der Einsatzkräfte hat oberste Priorität
Fotos: ON Archiv
17.07.2026 / HESSEN -
In den vergangenen Tagen haben mehrere Wald- und Vegetationsbrände die Feuerwehren in Hessen stark gefordert. Die Einsätze zeigen, wie schnell sich Feuer in trockener Vegetation ausbreiten und wie anspruchsvoll die Brandbekämpfung für die Einsatzkräfte sein kann. Der Landesfeuerwehrverband Hessen rückt deshalb den Schutz und die Gesundheit der Feuerwehrangehörigen in den Mittelpunkt.
"Vegetationsbrände sind dynamische Einsatzlagen. Wind, Gelände und Feuerintensität können die Situation innerhalb kurzer Zeit verändern. Eine gründliche Erkundung, klare Führungsstrukturen, verlässliche Kommunikation und gesicherte Rückzugsmöglichkeiten sind deshalb entscheidend. Der Einsatzerfolg darf niemals zulasten der Sicherheit unserer Feuerwehrangehörigen gehen", erklärt Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen.
Körperliche Belastung nicht unterschätzen
Der Schutz der Einsatzkräfte beginnt daher bereits bei der Vorbereitung und Planung des Einsatzes. Eine umfassende Lageerkundung, die fortlaufende Beobachtung von Wetter und Brandausbreitung, klar gegliederte Einsatzabschnitte und eine zuverlässige Funkverbindung sind unverzichtbar. Rettungspunkte sowie Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten müssen frühzeitig festgelegt werden. Besondere Vorsicht ist bei schnell laufenden Feuerfronten, plötzlichen Windänderungen oder einer unterbrochenen Verbindung zur Einsatzleitung geboten.Rahmenempfehlung zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung
Die Einsatzkräfte der hessischen Feuerwehren sind gut ausgebildet und bereiten sich durch regelmäßige Fortbildungen und Übungen auf die besonderen Anforderungen von Wald- und Vegetationsbränden vor. Erkenntnisse aus Einsätzen und Übungen werden ausgewertet und fließen in die weitere Einsatzplanung ein. Zugleich überprüfen die Feuerwehren ihre Konzepte fortlaufend und passen diese an veränderte Wetter- und Vegetationsbedingungen sowie an örtliche Gefahrenlagen an.Die im April 2026 unter Federführung der Hessischen Landesfeuerwehrschule und unter Mitwirkung des Landesfeuerwehrverbandes Hessen veröffentlichte Rahmenempfehlung zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung unterstützt diese kontinuierliche Weiterentwicklung. Sie hebt unter anderem die frühzeitige Einbindung der zuständigen Forstämter und eine umfassende Lageerkundung hervor. Drohnen können dabei helfen, die Ausdehnung und Entwicklung eines Brandes zu beurteilen. Die gewonnenen Informationen bilden eine wichtige Grundlage für sichere taktische Entscheidungen.