Hier kommen keine Babys mehr zur Welt

Schock für Familien: Asklepios Klinikum schließt Geburtsstation

Das Asklepios Klinikum in Schwalmstadt schließt die Geburtshilfe und Gynäkologie.
Symbolfoto: O|N/Rene Kunze

17.07.2026 / SCHWALMSTADT - Ein schwarzer Tag für die Gesundheitsversorgung im Nachbarlandkreis Schwalm-Eder! Die Asklepios Klinik Schwalmstadt schließt ihre Geburtsabteilung - und das bereits zum 1. Januar 2027. Bis dahin können Kinder dort noch zur Welt gebracht werden, geplant und ungeplant. Anschließend müssen Familien eine weite Strecke auf sich nehmen, was im Notfall lebensbedrohliche Verzögerungen für Mutter und Kind mit sich bringt.



Wie die Klinik in einer Mitteilung verkündet, habe man sich im Zuge der aktuellen Krankenhausreform dazu entschieden, die Leistungsgruppen Geburtshilfe und Gynäkologie zum 1. Januar 2027 zu schließen. "Der Entscheidung gingen eine Vielzahl konstruktiver Gespräche mit dem Hessischen Gesundheitsministerium voraus", heißt es. Unter anderem habe man einen Sicherstellungszuschlag beantragt, in finanzieller Form, der jedoch abgelehnt wurde. Dieser Zuschlag setzt voraus, dass – insofern die Geburtshilfe an einem Standort nicht mehr vorhanden ist – mindestens 950 Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren eine Fahrzeit von mehr als 40 Minuten zur nächstgelegenen Geburtsklinik haben müssten. Die Bedarfsanalyse hat jedoch gezeigt, dass diese Schwelle für das Klinikum Schwalmstadt nicht erreicht wird.

"Diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen. Wir haben in den vergangenen Jahren viel unternommen, um die Geburtshilfe und Gynäkologie am Standort langfristig zu sichern", erklärt Dr. Dagmar Federwisch, Geschäftsführerin der Asklepios Klinik Schwalmstadt und Regionalgeschäftsführerin Nordhessen/NRW. Während in den Jahren 2022 und 2023 jeweils rund 500 Geburten im Klinikum Schwalmstadt betreut wurden, waren es in den vergangenen beiden Jahren nur noch 417 (2024) und 464 (2025) Geburten. Zur Jahreshälfte 2026 wurden 199 Geburten verzeichnet.

Werdende Eltern müssen ab Januar weit fahren

Für Schwangere stehen ab Januar das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar, das Klinikum Bad Hersfeld sowie das Universitätsklinikum Marburg (UKGM) als Anlaufstellen zur Verfügung. Insbesondere für den südwestlichen Schwalm-Eder-Kreis, aber auch darüber hinaus übernimmt das Universitätsklinikum Marburg dabei eine zentrale Rolle, wie Prof. Dr. Uwe Wagner, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Universitätsklinikum Marburg: "Wir stehen für die werdenden Mütter in der Region als verlässliche Anlaufstelle bereit." Dennoch bedeutet die längere Fahrtzeit im Notfall lebensbedrohliche Verzögerungen für Mutter und Kind.

Dass die Geburtshilfe in Schwalmstadt schließen soll, haben etliche Mitarbeiter durch die Medien erfahren, schreibt FFH. "Eine transparente und respektvolle Kommunikation wäre das Mindeste gewesen", sagt eine Hebamme im FFH-Gespräch. Laut Asklepios wurden die Mitarbeiter jedoch vor der Veröffentlichung informiert.

Petition gegen die Schließung gestartet

Neben zahlreichen Stimmen auf Social Media von Betroffenen und Landtagsabgeordneten wurde auch eine Petition gestartet. Die Forderung richtet sich an das Gesundheitsministerium: "Der Hessische Landtag und der Schwalm-Eder-Kreis müssen finanzielle Sonderlösungen (wie den Sicherstellungszuschlag) prüfen oder alternative Finanzierungsmodelle bereitstellen, um die Station über den 1. Januar 2027 hinaus zu sichern." (nia) +++

Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch\r\n
Foto: Asklepios
Was heißt das jetzt für werdende Eltern?\r\n
Symbolfoto: pixabay

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