Eichenprozessionsspinner in Region aktiv
Untere Naturschutzbehörde und Gesundheitsamt geben Verhaltenstipps
Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg
16.07.2026 / REGION -
Auch in diesem Jahr ist der Eichenprozessionsspinner wieder in der Region aktiv. Seine feinen Brennhaare können bei Menschen Hautreizungen, Augenbeschwerden oder Atemwegsprobleme auslösen. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt deshalb Hinweise, wie sich Bürgerinnen und Bürger im Falle eines Befalls richtig verhalten sollten.
Absperrungen & Warnhinweise beachten
Wer Raupen oder Gespinste des Eichenprozessionsspinners entdeckt, sollte Abstand halten und die Tiere oder ihre Nester keinesfalls berühren. Auch Absperrungen und Warnhinweise sollten unbedingt beachtet werden. Sie dienen dem Schutz der Bevölkerung und weisen auf Bereiche hin, in denen Brennhaare vorhanden sein können. Erkennen kann man den Eichenprozessionsspinner unter anderem daran, dass er nur auf Eichen vorkommt, die Raupen vorwiegend nachts in Gruppen auftreten und tagsüber in großen Gespinsten zusammenhängen.Befallene Eichen auf dem eigenen Grundstück sollten nicht in Eigenregie behandelt werden. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises empfiehlt, die Nester keinesfalls selbst zu entfernen: "Stattdessen sollte eine Fachfirma für Baumpflege mit der Beseitigung beauftragt werden. So lässt sich vermeiden, dass die gesundheitsgefährdenden Brennhaare aufgewirbelt werden", erklärt Martina Schäfer, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde.
Kommt es dennoch zu einem Kontakt mit Raupen oder Brennhaaren, empfiehlt das Gesundheitsamt des Landkreises, die Kleidung möglichst umgehend zu wechseln sowie gründlich zu duschen und die Haare zu waschen. Die getragene Kleidung sollte möglichst bei 60 Grad gewaschen werden. Nach einem Kontakt mit den Augen sollten diese gründlich mit Wasser ausgespült werden. Wenn der Kontakt unmittelbar zu einer allergischen Reaktion, wie Luftnot, Organschwellung oder Durchblutungsstörung im gesamten Körper, führt, sollte sofort ärztliche Intervention erfolgen.
Frühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes zur Orientierung
Zur Orientierung können Bürgerinnen und Bürger außerdem das Frühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes nutzen. Dieses zeigt anhand modellierter Daten die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners und seiner Entwicklungsstadien. Nach der aktuellen Einschätzung ist in der Region Hersfeld-Rotenburg mit späten Raupenstadien beziehungsweise bereits verpuppenden Raupen zu rechnen. Das Frühwarnsystem weist allerdings keine konkreten Befallsorte aus.