Traditionsgeschäft schließt
Nach fast 120 Jahren: Endgültiges Ende für "Leder Meid" in der Friedrichstraße
Nach fast 120 Jahren schließt in der Friedrichstraße das Traditionsgeschäft "Leder Meid". Inhaberin Monika Hohmann (Rechts) hört Ende September auf.
Foto: Philipp Gerhard
17.07.2026 / FULDA -
Koffer, Taschen, Gürtel und Portemonnaies: In der Fuldaer Innenstadt schließt schon wieder ein traditionsreiches Geschäft, welches seit über einem Jahrhundert ein fester Bestandteil der Domstadt ist. Das Lederwarengeschäft "Leder Meid" stand vor fünf Jahren bereits vor dem Aus, konnte sich aber wieder retten. Nun soll für das Geschäft aber schon bald endgültig Schluss sein - steigende Kosten, keine Nachfolge und ein auslaufender Mietvertrag besiegeln nun das Ende.
1907 eröffnete Barbara Meid-Altstadt ihr erstes Meid Lederwaren-Fachgeschäft in Fulda. 20 Jahre später entstand ein Fachgeschäft in Halberstadt im Harz und 1930 ein weiteres in Erfurt - die Erfolgsgeschichte setzte sich deutschlandweit über Jahre hinweg fort. Nun endet im Jahr 2026 eine Ära dort, wo alles begonnen hat.
Gestiegene Kosten und keine Nachfolge
Eva Stern und Monika Hohmann übernahmen 2021 das Geschäft vom Inhaber-Ehepaar Inge und Rolf Lingenberg und führten es seitdem unter dem ikonischen Namen "Leder Meid" weiter. Der Hauptgrund für das Ende sei laut Aussage der 73-jährigen Betreiberin des Geschäfts, Monika Hohmann, neben den aktuell überall steigenden Kosten wie auch vor fünf Jahren wieder eine fehlende Nachfolge: "Wir haben die Nachricht schon im Voraus gestreut und bekannt gegeben, dass wir jemanden suchen, aber es gab niemanden, der es machen wollte", so die Inhaberin.
Natürlich seien die mangelnde Nachfolge und der auslaufende Mietvertrag nicht der einzige Grund für das Ende des Ladens. "Wir haben natürlich Probleme. Die Kosten steigen und die Auflagen werden höher", erklärte Hohmann gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Sie beklagte zudem, dass immer mehr Menschen im Internet anstatt vor Ort einkaufen: "Wir sind ein Fachgeschäft, welches berät und einen guten Service hat. Dennoch kaufen die Kunden scheinbar lieber im Internet ein."
Nach dem Ende des Ledergeschäfts möchten sich die beiden Inhaberinnen allerdings aus der Branche zurückziehen: "Man muss eben sagen, es gibt auch noch anderes im Leben als nur Arbeit, und das habe ich lang genug gemacht. Wir beide sind fast 40 Jahre im Geschäft und das reicht jetzt auch", gab Monika Hohmann abschließend zu verstehen.
Bis zum 30. September läuft der Räumungsverkauf in der Friedrichstraße, dann schließen die Türen und Fulda kann auf viele bewegte Jahre mit einem Traditionsgeschäft zurückblicken. Damit geht in der Domstadt nicht nur ein weiterer Teil Stadt- und Wirtschaftsgeschichte, sondern vor allem auch für einige Lederfans aus der Region vermutlich einer ihrer Lieblingsläden. (pg) +++