Gemeinschaft feiern

Lebendiges Open-Air-Atelier: Wenn der "Weiße Tisch" zum Herzschlag wird

EIn besonderes Event in Bad Hersfeld.
Fotos: Jürgen Böthig

16.07.2026 / BAD HERSFELD - Wo normalerweise lediglich das sanfte Plätschern des Springbrunnens die Spaziergänger in den Leonhard-Müller-Anlagen begleitet, verwandelte sich die idyllische Kulisse dieser Tage in ein pulsierendes Gesamtkunstwerk. Der Kunstverein Bad Hersfeld hat mit dem "Weißen Tisch" an den Nordschulteichen einen Ort geschaffen, der in kürzester Zeit weit mehr als nur ein kultureller Treffpunkt geworden ist.


Ein Format mit Strahlkraft

Bereits zum sechsten Mal bildet der "Weiße Tisch" eine feste Konstante im Umfeld der Festspiele. Doch in diesem Jahr weht ein besonderer Geist durch die Anlage. Als offizieller Bestandteil des Community-Projekts "HERZfeldWir26", eine Initiative der Intendantin Elke Hesse, um die Menschen der Stadt noch enger zusammenzubringen, hat das Projekt an Tiefe gewonnen. "Es ist wunderschön zu sehen, wie sich das Format unter dem Dach von "HERZfeldWir26" entwickelt hat", schwärmt Kathrin Gebhardt-Nieselt vom Vorstand des Kunstvereins. Gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Tertia Kapfer verfolgt sie ein klares Ziel: "Wir wollten einen Ort schaffen, der die Schwelle zur Kunst ganz niedrig hält, ohne dabei den künstlerischen Anspruch zu verlieren."

Wenn Kunst auf Rhythmus trifft

Nachdem sich die "Arena" im Grünen zunächst in ein lebendiges Open-Air-Atelier verwandelt hatte, erreichte die Energie am Mittwochabend ihren vorläufigen Höhepunkt: Armin Wenk und seine Trommelgruppe lockten mehr als hundert Gäste an den Nordschulteich. Die Virtuosen entführten das Publikum in die faszinierende Welt der Trommelkultur Neuguineas. Die rhythmische Energie der Schlagwerker riss die Besucher mit und bewies eindrucksvoll, wie Kultur Brücken baut.

Ein Mosaik aus Begegnungen

Zwischen den Bäumen entfaltete sich eine Arena unter freiem Himmel, in der zunächst Skulpturen und Installationen in einen spannenden Dialog mit der Natur traten. Doch die Exponate waren nur der ästhetische Auftakt für das eigentliche Ereignis: das Miteinander. Bei Kaffee und Kuchen lösten sich die Grenzen zwischen Kunstexperten, neugierigen Passanten und Festspielgästen in Wohlgefallen auf.

"Lesungen, Musik, szenische Darbietungen, wir möchten Kultur erlebbar machen, fernab von sterilen Ausstellungsräumen", erklärt Tertia Kapfer. "Wenn Menschen, die sich vorher nicht kannten, an unserem Tisch ins Gespräch kommen, haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht."

Platz für jeden

Der Erfolg gibt dem Kunstverein recht. Das Bedürfnis nach niederschwelligen, aber anspruchsvollen Begegnungsorten ist groß. Der "Weiße Tisch" hat sich als lebendiger Resonanzraum etabliert, der zeigt, dass Kultur das Schweigen bricht und Menschen auf eine Weise verbindet, die im hektischen Alltag oft fehlt. Wer die Auftaktveranstaltungen verpasst hat, darf sich freuen: Der Kunstverein plant bereits weitere Aktionen an den Nordschulteichen. Eines ist gewiss: An dieser Tafel ist für jeden ein Platz gedeckt. Man muss sich nur dazusetzen. (Jürgen Böthig) +++

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