Förderung für Sanierung?
Rhönhalle am Wendepunkt: Entscheidung im Herbst soll Zukunft sichern
Fotos: Mia Schmitt
16.07.2026 / TANN (RHÖN) -
Sie ist ein bedeutender Veranstaltungsort in der Stadt Tann: die Rhönhalle. Doch mittlerweile ist sie nach fast 60 Jahren von der Zeit gezeichnet. Immer wieder kam das Thema der Sanierung auf - jetzt gibt es neue Hoffnung: Ein Förderbescheid könnte endgültige Sicherheit geben.
Rund 4,3 Millionen Euro würde die Sanierung der Rhönhalle im Kreis Fulda kosten. Durch Fördermittel aus IKEK, dem Sondervermögen des Bundes und einer möglichen Unterstützung aus dem Kreisausgleichsstock könnten etwa drei Millionen Euro gedeckt werden. Für Tann bliebe damit ein Eigenanteil von rund 1,5 Millionen Euro. Bürgermeister Matthias Gelbe zeigt sich optimistisch: "Das könnten wir schaffen."
Entscheidung muss getroffen werden
Im Herbst müsse die Entscheidung fallen. Denn das Dorferneuerungsprogramm IKEK läuft im Frühjahr 2027 aus. Blieben die Fördermittel von über einer Million Euro aus, wäre eine Sanierung finanziell kaum noch machbar - so würde der wichtigste Baustein der Finanzierung wegfallen. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS machte Bürgermeister Gelbe klar: "In der Folge müssten wir bei der Planung im Grunde wieder ganz von vorne anfangen: mit einer neuen Finanzierungsstruktur, anderen Förderprogrammen und womöglich einem veränderten Projektumfang." Das würde Zeit kosten und die Umsetzung deutlich erschweren. "Gerade deshalb werbe ich dafür, die anstehende Entscheidung nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern sie verantwortungsvoll vorzubereiten und dann auch zu treffen - im Interesse einer planbaren Zukunft für die Rhönhalle und für unsere Stadt", machte er deutlich.
Chancen stehen gut - "Wir gehen diesen Weg Schritt für Schritt"
"Die Chancen auf zusätzliche Fördermittel für die Rhönhalle bewerte ich als gut, auch wenn uns natürlich erst ein Förderbescheid endgültige Sicherheit gibt. Wir bauen die Finanzierung bewusst auf mehrere starke Säulen, insbesondere auf das Dorferneuerungsprogramm und Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes. Dazu kommen weitere Fördertöpfe, etwa auf Kreisebene, die wir gezielt ansteuern werden, sobald die Grundsatzentscheidung zur Zukunft der Rhönhalle gefallen ist und die Planung konkret vorliegt", erklärte der Rathauschef gegenüber O|N. Kompletter Neubau derzeit nicht realistisch darstellbar
Doch warum überhaupt eine Sanierung? "Gegen einen Abriss mit anschließendem Neubau sprechen vor allem die erheblichen Kosten. Allein ein Rückbau inklusive Entsorgung und Wiederherstellung des Geländes würde bereits einen siebenstelligen Betrag erfordern. Ein kompletter Neubau wäre angesichts der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Baukosten für unsere Stadt derzeit nicht realistisch darstellbar", so der Bürgermeister. Zudem sei die Rhönhalle ein unverzichtbarer Ort für Vereine, Kultur und größere Veranstaltungen. Auch brandschutzrechtlich sei ein Weiterbetrieb ohne Sanierung nicht mehr möglich. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich den Erhalt des prägenden Gebäudes.Zum Abschluss zeigt sich, wohin der Weg nun führt: Die Stadt bereitet die Entscheidung im Herbst mit großer Sorgfalt vor. Alle denkbaren Optionen - vom Abriss über mögliche Alternativstandorte bis hin zu Verkaufsmodellen und neuen Nutzern - werden detailliert geprüft. Ziel ist eine breite, belastbare Grundlage, auf der die Stadtverordneten verantwortungsvoll entscheiden können.