Vorgeschriebene Brandschutzmaßnahme
Rodholzer djo-Landesheim benötigt 100.000 Euro - Spendenaktion gestartet
Fotos: Justin Klenner
16.07.2026 / POPPENHAUSEN (WAKU) -
Der hessische Landesverband der Deutschen Jugend in Europa (djo) mit seiner Jugendbildungsstätte in Poppenhausen-Rodholz (Kreis Fulda) steht vor einer finanziellen Mammutaufgabe. Bis zum Jahr 2027 muss das Landesheim eine gesetzlich vorgeschriebene Brandmeldeanlage mit Aufschaltung zur Feuerwehr installieren. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 100.000 Euro.
Nach den geltenden Brandschutzvorschriften sind Einrichtungen ab einer bestimmten Bettenzahl verpflichtet, eine Brandmeldeanlage mit Feuerwehr-Aufschaltung zu installieren. Bei einem Erweiterungsbau des Landesheims im Jahr 2008 wurde diese Bettenzahl überschritten. Doch statt einer Brandmeldeanlage wurde eine Fluchttreppe errichtet. Nach einer Begehung durch das zuständige Bauamt müssen die Verantwortlichen die Anlage nun nachrüsten.
Einsatz für Menschen mit Migrationsgeschichte
Die djo ist landesweit als Dachverband für Kinder- und Jugendarbeit tätig, insbesondere im Bereich der postmigrantischen Jugendarbeit. Seit vielen Jahren ist das djo-Landesheim in Rodholz ein Ort der Begegnung für Kinder, Jugendliche, Familien, Vereine und Schulklassen unterschiedlicher Nationalitäten. "Wir haben ungefähr 22 Mitgliedsgruppen mit insgesamt etwa 3.000 bis 4.000 Mitgliedern", erklärt Sebastian Sauer, Jugendbildungsreferent des djo-Landesverbands Hessen. Zahlreiche Bildungs- und Freizeitangebote finden dort regelmäßig statt. Zudem engagiert sich der Landesverband politisch. "Wir sind im Hessischen Jugendring aktiv und vertreten insbesondere die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte", sagt Sauer. Landesheim vor kostspieliger Nachrüstung
Beim Erweiterungsbau vor rund 18 Jahren versäumten es die Verantwortlichen, eine Brandmeldeanlage mit Feuerwehr-Aufschaltung zu installieren. Stattdessen wurde im Obergeschoss eine Flucht- beziehungsweise Brandschutztreppe errichtet. "Wir brauchen aber die Brandmeldeanlage, nicht die Brandschutztreppe", sagt Sauer. Bei einer Begehung vor wenigen Monaten bestätigte das Bauamt die Pflicht zur Installation der Anlage, die spätestens bis zum ersten Quartal 2027 fertiggestellt werden soll. Aufgrund der hohen Kosten von rund 100.000 Euro hat der Landesverband eine Spendenaktion auf der Online-Spenden-Plattform Betterplace gestartet. Bislang sind dort etwas mehr als 3.000 Euro eingegangen. "Als gemeinnütziger Verband ist das nur schwer zu stemmen", erläutert Sauer. In den kommenden Wochen und Monaten wollen die Verantwortlichen mögliche öffentliche Fördermittel beantragen und Kreditmöglichkeiten prüfen.