Reservisten Oberhessen

Delegiertenversammlung im Zeichen der Veteranenkultur

Delegiertenversammlung im Zeichen der Veteranenkultur
Foto: Kreisgruppe Oberhessen

15.07.2026 / REGION - Neben militärischer Ausbildung ist eine weitere, tragende Säule der Reservistenarbeit auch die Durchführung sogenannter "sicherheitspolitischer Veranstaltungen". Dies ist Ausdruck des Selbstverständnisses der Bundeswehr und Ihrer Reserve Teil der demokratischen Gesellschaft zu sein- eben Staatsbürger:innen in Uniform.



Und so hatte die diesjährige Kreisdelegiertenkonferenz der Kreisgruppe Oberhessen noch dazu ein für viele ehemalige Angehörige der Bundeswehr ein wichtiges Thema zum Inhalt: die Veteranenkultur in der Bundesrepublik Deutschland. Als Referent für diese Veranstaltung konnte Oberstleutnant außer Dienst (a.D.) Andreas Glatzel, Beauftragter für den Veteranentag in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gewonnen werden.

Nicht zuletzt durch die parlamentarisch legitimierten Auslandseinsätze der Bundeswehr seit den 1990er Jahren im Kosovo und später in Folge der Terroranschläge vom 11. September auch in Afghanistan hat sich der Dienst in der Bundeswehr stark verändert. Viele Männer und Frauen der deutschen Streitkräfte haben ihre Gesundheit eingebüßt - viele leider auch ihr Leben.

Bewusstsein in der Bevölkerung etablieren

"Soldatinnen und Soldaten wissen, was dieser Beruf einem selbst oder auch den Familien abverlangen kann", erklärt Achim Höll Oberstabsfeldwebel der Reserve (d.R.) und Vorsitzender der Kreisgruppe Oberhessen und ergänzt "mit der Veteranenkultur geht es nicht darum Helden zu glorifizieren sondern vielmehr darum, sich dieser besonderen Leistung bewusst zu sein und auch ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu etablieren."

In einer Demokratie muss man dabei einen Bundestagsbeschluss für einen Auslandseinsatz der Bundeswehr selbst nicht begrüßen. Berufs- und Zeitsoldatinnen und Soldaten leisten jedoch ihren Dienst dort, wo das Parlament dies mehrheitlich möchte. Und genau aus diesem Grund findet der Veteranentag der Bundeswehr auch aufgrund eines fraktionsübergreifenden Bundestagsbeschlusses aus dem Jahr 2024 jährlich am 15. Juni statt. Eine Wertschätzung und Anerkennung die aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten sehr viel bedeutet. Um diesen Termin finden dann bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt, ein wichtiger Akteur hier ist der Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V. Erstmalig fand der Veteranentag im Jahr 2025 statt, ein vergleichsweise sehr junger Erinnerungstag in Deutschland.

Aber nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in den Reihen ehemaliger Bundeswehrangehöriger gab es durchaus kontroverse Sichtweisen hinsichtlich des Veteranenbegriffs. Denn: laut Bundestagsbeschluss ist jede Person die aktiv im Dienst steht oder ehrenhaft aus dem Dienstverhältnis ausgeschieden ist und den jeweiligen Dienstgrad nicht verloren hat "automatisch" Veteran.

Insbesondere diejenigen die aktiv an einem Auslandseinsatz der Bundeswehr teilgenommen haben, hätten sich eine engere und auf dieses Szenario ausgerichtete Definition gewünscht. "Ich kann sowohl die pro als auch die contra Argumente sehr gut nachvollziehen, für mich zählt unter Strich aber, dass es nun einen solchen Tag gibt und dies auch mit breiter Mehrheit vom Bundestag beschlossen wurde", freut sich Klaus Merklinger Oberstleutnant der Reserve und Organisationsleiter der Kreisgruppe Oberhessen.

Erkennen kann man Veteraninnen und Veteranen übrigens an einem eigens geschaffenen Abzeichen: einem kleinen, silbernen Kreuz mit dem Bundesadler in der Mitte. Es wird auf Antrag verliehen und darf nur an ziviler Kleidung und nicht an der Uniform getragen werden.

Am Nachmittag dieses heißen Tages, denn die Temperaturen kletterten auf weit über 30 Grad Celsius, stand dann die turnusgemäße Neuwahl des Kreisvorstandes. Begrüßt wurden die Anwesenden zunächst durch den Vorsitzenden der Kreisgruppe Oberstabsfeldwebel d.R. Achim Höll der sich recht herzlich für die Gastfreundschaft der Gemeinde Lautertal bedankte, in deren Räumen die Versanstaltung stattfand. Und so ließ es sich auch der Bürgermeister der Gemeinde Lukas Becker nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen.

Nach den obligatorischen Berichten erfolgten die Wahlen zum Kreisvorstand und die Ernennung der Beauftragten. Der Vorsitzende bedankte sich bei allen ausgeschiedene Vorstandsmitgliedern für die vertrauensvolle und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Dieser Dank gilt insbesondere auch dem Team der Kreisgeschäftsstelle in Gießen.Für den neuen Vorstand wünschte er sich eine ebenso gute Zusammenarbeit.

Der Vorstand der Kreisgruppe setzt sich wie folgt zusammen:

Kreisvorsitzender: Oberstabsfeldwebel d.R. Achim Höll
1. stv. Kreisvorsitzender: Oberstabsfeldwebel d.R. Thomas Schupbach
Weiterer Stellvertreter: Oberfeldwebel d.R. Thomas Altscher, Stabsunteroffizier d.R. Michael Greff, Stabsunteroffizier d.R. Marc Nemeti
Kreiskassenwart: Stabsunteroffizier d.R. Olaf Best
Kreisschriftführer: Stabsgefreiter d.R. Ralf Rühl.

Als Beauftragte der Kreisgruppe wurden ernannt:

Beauftragter Internet& Soziale Medien: Hauptgefreiter d.R. Jan Müller
Beauftragter Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Obermaat d.R. Florian Sauermann
Beauftragter Sanitätswesen: Stabsunteroffizier d.R. Frank Sann
Beauftragte Frauen in der Reserve& Soziales: Jäger d.R. Jessica Hess
Beauftragter Sicherheitspolitik: Oberstleutnant d.R. Hans-Peter Hess
Beauftragter Internationale Beziehungen: Fähnrich d.R. Gernot Schobert
Beauftragter Militärische Förderung: Oberfeldwebel d.R. Thomas Altscher
Beauftragter Ü-65: Fähnrich d.R. Gernot Schobert
Kreisschießsportbeauftragter: Major d.R. Christian Kramer
Stv. Kreisschießsportbeauftragter: Obergefreiter d.R. Arnd Gath. (pm/Obermaat d.R. Sauermann/hhb) +++

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