Tipps vom Gartenbauexperten

Gartensaison verpasst? Was man jetzt noch tun kann

Auch im Juli kann man noch einiges aus dem Garten herausholen.
Foto: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V.

14.07.2026 / REGION - Der heiße Juni hat vielen Gärten zu schaffen gemacht, und so mancher Hobbygärtner oder -gärtnerin hat vielleicht einige Verluste im Beet zu beklagen. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass es im Juli für zusätzliche Saaten und Pflanzungen schon zu spät ist.



"Im Juli laufen Pflege und Nachsaat parallel – deshalb ist er für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner so interessant", erklärt Dr. Lutz Popp, Gartenbauexperte beim Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege e.V. (BLGL). Auch jetzt lässt sich im Garten noch einiges bewegen und etwas für die Ernte im Herbst und Winter tun.

Welche Aussaaten und Pflanzungen jetzt noch möglich sind

Viele Gemüsearten können in einem zweiten Satz angebaut werden. Buschbohnen z. B. lassen sich direkt ins Beet säen. Auch Möhrensorten mit kurzer Kulturzeit sowie verschiedene Salate, Spinat, Mangold und Rucola eignen sich hervorragend für eine späte Aussaat. So kann man auch im Spätsommer oder Herbst noch eine gute Ernte genießen. "Nutzen Sie jetzt die freien Lücken im Beet, die durch die erste Ernte entstanden sind", rät Dr. Popp. "Schnell wachsende Gemüse- und Salatarten füllen die Reihen rasch auf, unterdrücken unerwünschtes Beikraut und bescheren uns bis weit in den Herbst hinein frische Vitamine."

Auch Beerenfreunde kommen auf ihre Kosten, denn der Juli ist ein wichtiges Zeitfenster für die Neuanlage von Erdbeerbeeten, damit sich die Jungpflanzen vor dem Winter gut verwurzeln. Im Ziergarten beginnt jetzt die Zeit der zweijährigen Blumen: Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht oder Bartnelken werden im Juli ausgesät, um im kommenden Frühjahr zu blühen.

Wo der Juli-Garten Aufmerksamkeit braucht

Bereits stehende Kulturen brauchen jetzt gezielte Pflege. Tomaten müssen regelmäßig ausgegeizt werden, damit der Bestand gut durchlüftet bleibt. Das mindert das Risiko von Pilzerkrankungen wie der Kraut- und Braunfäule. Gurken sollten an Rankhilfen aufgeleitet werden, um Platz zu sparen und die Früchte sauber zu halten.

Eine tragende Rolle spielt das Mulchen: Offene Beetflächen und Zwischenräume sollten dünn mit Grasschnitt oder anderem organischen Material abgedeckt werden. Dr. Popp betont: "Eine dünne Mulchschicht verhindert, dass die Erde verkrustet, reduziert die Verdunstung deutlich und spart Gießwasser."

Wasser ist jetzt besonders während der Fruchtansatz- oder Kopfbildungsphase entscheidend. Gegossen werden sollte durchdringend und bevorzugt am frühen Morgen, da die Verdunstung dann am geringsten ist und die Blätter zügig abtrocknen können.

Urlaub im eigenen Garten – oder im Urlaub den Garten sich selbst überlassen

Mit einem farbenfrohen Garten schaffen Hobbygärtner das ultimative Saisonerlebnis direkt vor der eigenen Terrassentür. Während kurzer Abwesenheiten können einfache, bewährte Alltagshilfen, wie mit Wasser gefüllte Flaschen, die kopfüber in die Erde gesteckt werden, die Pflanzen bewässern. Ein gründliches Wässern unmittelbar vor der Abreise sowie eine frische Mulchschicht halten den Boden mehrere Tage feucht.

"Ein Garten muss nicht perfekt aufgeräumt sein, um uns Erholung zu schenken", erklärt Dr. Popp. "Lassen Sie im Urlaub ruhig mal die Natur die Arbeit machen. Wilde Ecken und verblühte Stauden stören die Entspannung keineswegs – im Gegenteil, sie sind wertvolle Lebensräume für Insekten und nehmen uns den Druck, ständig korrigierend eingreifen zu müssen."

Mehr Informationen und praktische Tipps gibt es auf der Website des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege e. V. (fw/pm) +++

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