Was jetzt zu beachten gilt!
Hitze, Trockenheit, Funkenflug: Brandgefahr in Osthessen spitzt sich zu
Archivfoto: Rene Kunze
15.07.2026 / REGION -
Ausgedörrte Felder, trockenes Unterholz und hohe Temperaturen: In Hessen reichen derzeit oft schon wenige Funken aus, um einen größeren Brand auszulösen. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt an allen hessischen Messstationen mindestens Warnstufe drei. In mehreren Regionen gilt bereits Stufe vier - und damit eine hohe Waldbrandgefahr. Wie ernst die Lage ist, zeigt sich auch in Osthessen: Dort mussten die Feuerwehren in den vergangenen Tagen immer wieder zu brennenden Feldern, Heuballen und landwirtschaftlichen Maschinen ausrücken.
Die Feuerwehr Fulda beobachtet diese Entwicklung bereits seit mehreren Jahren und passt ihre Einsatzkonzepte zunehmend an längere Hitze- und Trockenperioden an. "Die aktuellen Einsätze zeigen deutlich, dass sich die Risiken durch längere Trockenphasen und hohe Temperaturen verändern. Vegetationsbrände entwickeln sich zunehmend zu einem eigenen Einsatzschwerpunkt", erklärt die Feuerwehr der Stadt Fulda auf Nachfrage von O|N.
Gefahr steigt während der Erntezeit
Hitze allein reicht allerdings nicht aus, um ein Feld oder ein Waldstück in Brand zu setzen. Fast immer braucht es zunächst eine Zündquelle. Häufig entstehen Brände durch technische Defekte an Mähdreschern oder Ballenpressen, überhitzte Lager, Funkenflug, achtlos weggeworfene Zigaretten oder offenes Feuer. Die ausgetrocknete Vegetation sorgt anschließend dafür, dass bereits kleinste Funken verheerende Folgen haben können. Feuerwehr rüstet sich für Extremwetter
Auch die Feuerwehr Fulda investiert in eine bessere Ausstattung. Dazu gehören leichtere Schutzkleidung für Einsätze bei großer Hitze und spezielle Gerätesätze zur Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden. Ende 2026 soll zudem ein speziell für solche Lagen ausgelegtes Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt werden."Anders als bei Gebäudebränden müssen oftmals große Flächen zu Fuß begangen, lange Schlauchleitungen verlegt und Nachlöscharbeiten über mehrere Stunden durchgeführt werden", erklärt die Feuerwehr. Gleichzeitig müssten ausreichend Personal und Fahrzeuge für weitere Notfälle im Stadtgebiet und den Stadtteilen verfügbar bleiben.
Was Bürger jetzt beachten sollten
Wer in diesen Tagen im Wald, auf Feldwegen oder in der Nähe trockener Wiesen unterwegs ist, kann selbst dazu beitragen, Brände zu verhindern. Zigarettenkippen gehören niemals in die Natur, offenes Feuer ist tabu. Auch Fahrzeuge sollten nicht auf trockenem Gras abgestellt werden, da heiße Fahrzeugteile die Vegetation entzünden können. Auf den öffentlichen Flächen der Stadt Fulda gilt derzeit ohnehin ein Grill- und Feuerverbot.