Neubau vor Fertigstellung
25-Millionen-Neubau: Florenbergschule setzt auf modernes Cluster-Konzept
Fotos: Justin Klenner
15.07.2026 / KÜNZELL -
Die ersten Klassenräume nehmen Form und Farbe an: Die Bauarbeiten der größten und ambitioniertesten Schulbaumaßnahme des Landkreises Fulda laufen auf Hochtouren. Die Rohbauarbeiten an der Florenbergschule in Künzell-Pilgerzell sind weitgehend abgeschlossen, die Arbeiten an der Außenanlage sollen nach den Sommerferien folgen. Nach dem aktuellen Baufortschritt ist der Einzug in das 25 Millionen Euro teure Bauprojekt zum Jahresende geplant – und zwar mit einem modernen pädagogischen Konzept.
In den vergangenen Jahren standen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Bauarbeiter und Anwohner vor großen Herausforderungen. Doch zwei Jahre nach dem Baustart nimmt der Neubau der Florenbergschule immer mehr Gestalt an und die Vorfreude bei allen Beteiligten wächst. Bei einem Baustellenrundgang gab Architektin Susanne Wartzeck vom Büro Sturm & Wartzeck aus Dipperz Osthessen|News einen Einblick in den aktuellen Baufortschritt und sprach über die nächsten Schritte auf der Baustelle.
Einzigartiges Schulkonzept
Mit dem Umzug in den Neubau erhält die Florenbergschule auch ein neues pädagogisches Konzept, das traditionelle Klassenzimmer um flexible und offene Lernräume erweitert. Künftig sollen die Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs von der ersten bis zur vierten Klasse jeweils in sogenannten Clustern zusammengefasst werden. Die Klassenräume werden dabei um eine zentrale Gemeinschaftsfläche herum angeordnet. Dadurch können die Aufsicht durch die Lehrkräfte sowie Förderangebote einfacher organisiert und Barrieren zwischen den Klassen reduziert werden. Die gemeinsame Mitte dient als Treffpunkt und als Ort, an dem Projekte erarbeitet und Veranstaltungen durchgeführt werden können. "Es soll mehr sein als einfach nur ein Flur. Im konventionellen Schulbetrieb kommen die Schüler gar nicht aus ihrem Klassenzimmer", erklärte Wartzeck. Als zentraler Treffpunkt dient zudem der offene Willkommensbereich. Innenausbau läuft auf Hochtouren
Bis zum Jahresende müssen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern noch gedulden. Der Umzug in die neuen Räumlichkeiten ist zwischen den Herbst- und Winterferien geplant, wie der Landkreis Fulda mitteilt. Bis dahin stehen vor allem die Innenausbauarbeiten an. Derzeit wird an den Bodenbelägen sowie an den Wand- und Oberflächenarbeiten gearbeitet. Zudem fehlen noch die Holzverkleidungen, die Sanitäranlagen, die Verglasung, die Türen sowie die Möblierung. Diese Arbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Während der Sommerferien stehen Arbeiten an der Außenanlage auf dem Programm. So soll die Bushaltestelle direkt vor der Schule zum neuen Schuljahr in Betrieb genommen werden. Zudem wird ein Laubengang montiert. Auch Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit spielen beim Neubau eine wichtige Rolle. Eine Wärmepumpe, die Erdwärme aus Tiefenbohrungen nutzt, sowie Photovoltaikanlagen auf dem Dach sorgen für eine ressourcenschonende Energieversorgung. Darüber hinaus werden sowohl das Gebäude als auch die Außenanlagen barrierefrei gestaltet. Größte Schulbaumaßnahme des Landkreises
Mit Baukosten von 25 Millionen Euro ist das Projekt die größte und ambitionierteste Schulbaumaßnahme des Landkreises Fulda in den vergangenen Jahren. Nach Angaben der Verantwortlichen liegen die Kosten dabei acht bis zehn Prozent unter den ursprünglich kalkulierten Ausgaben. Während der Planungsphase wurde auch eine Sanierung des bestehenden Schulgebäudes aus dem Jahr 1971 umfassend geprüft. Aufgrund der hohen Instandhaltungskosten entschied sich der Landkreis jedoch für einen Neubau. Die Vorplanungen für eine Sanierung sahen vor, sowohl die Außenhülle mit Fenster, Dach und Fassade zu erneuern als auch eine grundlegende Innensanierung vorzunehmen. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie in Verbindung mit den Auswertungen eines aktuellen Brandschutzkonzeptes wurde festgestellt, dass sich die Gebäudesubstanz in einem wesentlich schlechteren Zustand befand als angenommen, erklärte der Landkreis schriftlich. Schulbetrieb stellte Beteiligte vor Herausforderungen
Während der Planungs- und Bauphase mussten immer wieder Herausforderungen bewältigt werden. Die größte davon war der laufende Schulbetrieb in unmittelbarer Nähe zur Baustelle. Während gebohrt und gebaut wurde, fand parallel der Unterricht statt. Insbesondere die gemeinsame Zufahrt für Baustellenverkehr und Schulbetrieb stellte die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. "Die Kombination aus laufendem Schulbetrieb und Baustellenverkehr über dieselbe Einfahrt war für beide Seiten eine Herausforderung", erklärte Wartzeck. Aus diesem Grund wurden einzelne Bauarbeiten um einige Tage verschoben. "Die Schule hat Priorität", betonte die Architektin. Mehr Platz für die Zukunft
Mit dem Umzug wächst die Nutzfläche der Florenbergschule von 2.500 auf 4.000 Quadratmeter. Vorgesehen sind 17 Klassenräume, eine Mediathek, eine Mensa, eine helle Aula sowie zusätzliche Räume für Basteln, Musik und Kunst. Der Landkreis Fulda investiert regelmäßig in all seine Schulen, um den Kindern und Jugendlichen ein qualitätsvolles Umfeld zu bieten, in dem es sich gut lernen und lehren lässt, in dem ein gutes Ganztagskonzept angeboten werden kann und in dem sich alle wohlfühlen können. In der Florenbergschule betrifft das 360 Schülerinnen und Schüler. Angesichts steigender Schülerzahlen ist das Projekt ein wichtiger Schritt für die künftige Entwicklung der Florenbergschule. (Justin Klenner) +++