Traditionelles Jahrestreffen

Opel GT-Treffen: Wo Oldtimer-Enthusiasten zur Familie werden

Auf dem historischen "Point Alpha" bei Rasdorf kamen Fans des Opel GT für ein Treffen zusammen.
Fotos: Marvin Hucke

13.07.2026 / FULDA/RASDORF - Zum achten Mal in Folge verwandelte sich Fulda in ein Zuhause auf Zeit für eine ganz besondere automobile Gemeinschaft. Rund 35 Opel GT trafen sich zu ihrem traditionellen Jahrestreffen – mit Teilnehmern aus Berlin, der Schweiz, Österreich und sogar Dänemark. Organisator Jürgen Bug bringt die Atmosphäre auf den Punkt: "Wir sind eine regelrechte Familie. Hier trifft man untereinander immer bekannte Gesichter wieder!"



Die Anreisewege der Teilnehmer waren beachtlich. Der weiteste Weg führte aus Dänemark nach Fulda: Der Fahrer startete am Freitagmorgen um 6 Uhr und erreichte die Hessenmühle in Kleinlüder erst um 16:30 Uhr. Auch aus Berlin nahmen mehrere Teilnehmer eine Strecke von rund 600 Kilometern auf sich – "und das mit Autos, die noch nicht einmal eine Klimaanlage haben", wie Bug anmerkt. Dass Fulda als Treffpunkt so beliebt ist, liegt seiner Einschätzung nach vor allem an der zentralen Lage der Stadt.

Viele Gäste reisten bereits am Donnerstag an, obwohl das offizielle Programm erst am Freitagnachmittag mit dem "Benzingespräch" auf der Grünfläche der Hessenmühle begann. Der harte Kern der Teilnehmer bleibt dabei über die Jahre erstaunlich konstant. Bug erklärt: "Von Jahr zu Jahr ändert sich höchstens mal das eine oder andere Auto – aber im Kern sind wir immer derselbe Stamm."

Seltene Technik mit bewegter Geschichte

Der Opel GT wurde zwischen 1968 und 1973 gebaut – heute sind die jüngsten Exemplare also bereits über 50 Jahre alt. Insgesamt entstanden etwa 103.000 Fahrzeuge dieses Modells, wobei rund 70 Prozent ursprünglich in die USA exportiert wurden. Ein interessantes Detail, das Bug hervorhebt: "Viele Fahrzeuge wurden später aus den USA zurückimportiert, einfach weil sie dort rostfrei geblieben waren."

Sternfahrt zum Point Alpha als Höhepunkt

Programmatisches Zentrum des diesjährigen Treffens war die traditionelle Sternfahrt am Samstag. Ziel war diesmal die Gedenkstätte Point Alpha bei Rasdorf, wo für die Gruppe eine eigene Führung gebucht worden war. Gegen 12 Uhr trafen die Fahrzeuge dort ein, bis etwa 14 Uhr blieb die Gruppe vor Ort. Im Anschluss ging es mit einem Zwischenstopp im Café am Rosenbach in Haselstein zurück zur Hessenmühle.

Die Wahl des Ausflugsziels variiert von Jahr zu Jahr bewusst. "Das Schöne ist, dass wir die Ausfahrt jedes Jahr woanders hinlegen", erklärt Bug. "Letztes Jahr waren wir zum Beispiel am Hoherodskopf, das kam sehr gut an." Für die kommenden Jahre bleibt die Route jeweils eine Überraschung – Teil des Reizes für die wiederkehrenden Teilnehmer.

Individualität auf vier Rädern

Trotz identischer Modellbasis gleicht kaum ein Opel GT dem anderen. Über die Jahrzehnte haben viele Besitzer ihre Fahrzeuge individuell umgestaltet: von breiteren Reifen und Karosserieverbreiterungen über individuelle Lackierungen bis hin zu aufwendig gestalteten Innenausstattungen. Sogar Cabrio-Umbauten, die es werksseitig nie gab, sind auf dem Treffen zu bewundern. "Jeder hat im Laufe der Zeit seinen eigenen Geschmack entwickelt", so Bug – der eine setzt auf Individualisierung, der andere bleibt bewusst beim Original.

Mehr als nur ein Autotreffen

Dass es bei diesem Treffen um mehr als Technik geht, zeigen die persönlichen Geschichten am Rande. Ein Teilnehmer feierte in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag inmitten der Gruppe – bereits vor fünf Jahren hatte er hier seinen 70. Geburtstag begangen. "Wir haben ihm natürlich alle gratuliert", erzählt Bug, "und es freut uns sehr, dass er immer wieder gerne zu uns nach Fulda kommt." Auch ein weiterer Teilnehmer beging seinen Geburtstag am Samstag im Kreis der Gruppe.

Auch der Zusammenhalt zeigte sich ganz praktisch: Als einem Teilnehmer aus Berlin auf der Anreise der hintere Auspuff-Endtopf abfiel, konnte er sich gerade noch bis zur Hessenmühle retten. Aus dem Opel-Freundeskreis fand sich am nächsten Morgen schnell Hilfe, sodass das Fahrzeug rechtzeitig repariert werden konnte. Bug bringt den Geist des Treffens auf den Punkt: "Beim Opel-GT-Treffen ist Teamarbeit gefragt – man hält zusammen wie eine große Familie."

Blick über die Landesgrenzen hinaus

Jürgen Bug ist auch international in der Szene aktiv. In diesem Jahr besuchte er das Opel GT Europa-Treffen in Bocholt, bei dem rund 270 Fahrzeuge zusammenkamen. Das nächste Europa-Treffen ist für kommendes Jahr in den Niederlanden geplant. Bug hegt dabei einen persönlichen Wunsch: "Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann, das Europa GT-Treffen einmal hier nach Fulda zu holen!" (Marvin Hucke) +++

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