Hier darf noch gebadet werden
Hitze lockt an den See - in Schlitz und der Rhön ist derzeit Vorsicht geboten
Symbolbild: Pixabay
12.07.2026 / REGION -
Nach einer kurzen Verschnaufpause schwitzt die Region schon wieder: Seit Freitag klettern die Temperaturen erneut über 30 Grad, am Samstag und Sonntag werden verbreitet bis zu 35 Grad erwartet. Eine spürbare Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht: Auch zu Beginn der kommenden Woche bleibt es mit Werten um 30 Grad hochsommerlich heiß. Wer die Abkühlung im Freien sucht, sollte in der Region aber genau hinschauen! Sowohl am Pfordter See in Schlitz als auch am Guckaisee bei Poppenhausen in der Rhön ist derzeit Vorsicht geboten.
Grund sind Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen genannt. Sie vermehren sich bei anhaltender Hitze und wenig Regen in nährstoffreichen, flachen Gewässern besonders stark, färben das Wasser grünlich-blau und trüben die Sichttiefe deutlich ein. Ein weiteres Warnzeichen ist muffiger Geruch. Wer mit belastetem Wasser in Kontakt kommt, riskiert Haut- und Augenreizungen; wird das Wasser verschluckt, drohen Magen-Darm-Beschwerden. Als einfache Orientierung gilt: Sobald man knietief im Wasser steht und die eigenen Füße nicht mehr erkennen kann, ist von einem Bad besser abzusehen.
Andere Seen in der Region weiterhin unbedenklich
Für die übrigen Badeseen in Osthessen liegen aktuell keine vergleichbaren Warnungen vor. Das gilt etwa auch für den Nieder-Mooser-See im Vogelsbergkreis: Dort meldet das zuständige Gesundheitsamt derzeit keine Einschränkung. Allerdings zählt der flache, nur rund 1,50 Meter tiefe See zu den Gewässern, die bei anhaltender Hitze anfällig für Cyanobakterien sind - in der Vergangenheit kam es dort insbesondere gegen Ende der Badesaison wiederholt zu Warnungen.Der mit Abstand meistbesuchte Bade- und Freizeitsee im Vogelsbergkreis, der Nidda-Stausee bei Schotten, ist ebenfalls derzeit ohne Warnung. Seine Wasserqualität wird vom HLNUG dauerhaft als "gut", aber nicht als "ausgezeichnet" eingestuft - der See neigt grundsätzlich zu leichter Algenbildung, was bei anhaltender Hitze im Blick behalten werden sollte.
Da sich die Situation an einzelnen Gewässern kurzfristig ändern kann, empfiehlt es sich, vor dem Ausflug einen Blick auf die Wasserqualitäts-Übersicht des HLNUG unter badeseen.hlnug.de zu werfen oder sich direkt beim zuständigen Gesundheitsamt zu informieren. Vor Ort helfen zudem ausgehängte Warnschilder, die auf akute Blaualgen-Meldungen hinweisen. (mmb) +++