Schreckliche Tragödie

Tödlicher Gleitschirmunfall: 28-Jährige aus Hessen stirbt in Österreich

Nach einem Gleitschirmunfall im österreichischen Stubaital kam für eine 28-Jährige aus Hessen jede Hilfe zu spät.
Symbolfoto: Hendrik Urbin

12.07.2026 / STUBAITAL - Bei einem Gleitschirmunfall im österreichischen Stubaital ist eine 28 Jahre alte Frau aus Hessen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei verlor die Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis am Freitagvormittag aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über ihren Gleitschirm.



Der Unfall ereignete sich am Hausberg "Elfer" in Neustift im Stubaital. Die 28-Jährige prallte gegen einen Baum und erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Ein Spaziergänger entdeckte die Verunglückte später in rund 40 Metern Höhe in einer Baumkrone und verständigte die Rettungskräfte. Für die junge Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Warum die Gleitschirmfliegerin die Kontrolle über ihren Schirm verlor, ist derzeit noch unklar. Die österreichische Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Nach Veröffentlichung dieses Berichts erreichte unsere Redaktion eine Zuschrift von Monika Eller von der Stubaier Flugschule. Ihr zufolge handelt es sich bei dem Unfall nicht um einen klassischen Gleitschirmunfall, sondern um einen Speedgliding-Unfall - eine Unterscheidung, die aus ihrer Sicht wichtig ist, da sich beide Disziplinen in Flugverhalten und Geschwindigkeit grundlegend unterscheiden würden. Nach den ihr vorliegenden Informationen sei die Pilotin bei bestem Flugwetter verunglückt, Wetterbedingungen und Fluggerät hätten sich in einwandfreiem Zustand befunden. Nach Einschätzung von Eller dürfte ein Flugfehler die Unfallursache gewesen sein; die Pilotin habe nach einer längeren Flugpause noch wenig aktuelle Flugpraxis gehabt.

Speedgliding sei am Elfer nach Angaben der Flugschule ausdrücklich verboten, worauf sowohl auf der Homepage als auch durch Hinweisschilder und Transparente an der Talstation hingewiesen werde. Der wesentliche Unterschied zum klassischen Gleitschirmfliegen liege laut Eller in der Geschwindigkeit: Während Gleitschirme in der Regel mit etwa 28 bis 38 km/h unterwegs seien, würden beim Speedgliding Geschwindigkeiten von 60 bis über 100 km/h erreicht. Dadurch fielen laut Eller auch die Unfallfolgen erheblich anders aus - ein Zusammenstoß mit einem Hindernis könne beim Speedgliding aufgrund der hohen Geschwindigkeit innerhalb von Sekunden tödlich enden. Speedglider seien zudem nicht zugelassen, es gebe dafür keine Schulung und keinen Versicherungsschutz. Die Flugschule vergleicht das Risiko mit dem Freeclimbing ohne Sicherung beim Klettern.

Ebenfalls am Freitag kam es in Tirol zu einem weiteren Gleitschirmunfall mit einem deutschen Flugsportler. Ein 24-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen stürzte nach dem Zusammenklappen seines Schirms aus etwa 25 Metern Höhe in den Achensee. Zwei Bootsfahrer retteten den Mann aus dem Wasser, bevor er mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht wurde. (Constantin von Butler/mmb) +++

Die Polizei ermittelt nach dem tödlichen Gleitschirmabsturz zur Ursache des Unglücks.
Symbolfoto: O|N

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