Bahnhof braucht dringenden Neustart

CDU-Sommerbegehung: Zwischen Bahnhofsproblemen und Erfolgsgeschichten

Führte durch die CDU-Begehung: Hans-Dieter Alt, Vize-Fraktionschef und Vorsitzender im Haupt-und Finanzausschuss - hier mit Stadtbaurat Daniel Schreiner am Mikrofon
Fotos: Erik Spiegel

11.07.2026 / FULDA - Bei der CDU-Sommerbegehung stand am Freitag das Bahnhofsumfeld in Fulda inklusive Waidesgrund und Esperanto im Fokus. Für die Domstadt ist das ein Stadtteil, in dem sich in den letzten Monaten viel getan hat. Aber es wird und muss sich auch noch einiges verändern. Besonders rund um den Bahnhof. Gemeinsam mit Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) und Vertretern aus der Wirtschaft machte sich die CDU ein Bild von den Herausforderungen – und den Chancen – rund um einen der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt. Und so viel wurde klar: Herausforderungen gibt es einige.


Der Fuldaer Bahnhof sollte eigentlich das Aushängeschild der Stadt sein. Hier kommen die Besucher an und hier bekommen sie einen ersten Eindruck von der Barockstadt. Nur ist der aktuell noch mehr als ausbaufähig. Der Bahnhof muss saniert und das Umfeld attraktiver gestaltet werden. Vor allem die Unterführung steht in der Kritik: Dort halten sich beispielsweise regelmäßig Menschen auf, die Alkohol trinken und teilweise Ängste bei Passanten und Besuchern auslösen. Eine laufende Bürgerbefragung soll nun Aufschluss geben, wie die Fuldaer die Situation wahrnehmen.

Bahnhofsmission: Wertvolles Angebot – aber am falschen Ort?

Das bestätigt auch Martin Gremm aus der Geschäftsleitung des Hotels und Kongresszentrums Esperanto: "Unsere Gäste berichten von der Problematik, dass das Unsicherheitsgefühl beim Weg in die Stadt immer größer wird." Diese vermehrte Ansammlung von betrunkenen und Drogen konsumierenden Menschen liegt besonders an der dort gelegenen Bahnhofsmission. "Wir sind der Meinung, dass sie anders positioniert werden müsste", so Gremm. Stadtbaurat Schreiner sieht das ähnlich: "Wir müssen mit der Bahn in den Dialog gehen. Die Bahnhofsmission ist schon einmal umgezogen, warum nicht ein weiteres Mal. Ich habe aber derzeit keine andere Liegenschaft im Petto." Und er macht klar: "Wir sind froh, dass es Ehrenamtliche gibt, die die Mission führen. Aber wir müssen schauen, ob es eine andere Stelle gibt. Wir werden mit dem Träger versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden."

Und auch grundlegend soll der Bahnhof attraktiver werden. "Planerisch tut sich hier eine Menge. Aber die Ausführung dauert noch. Der Bahnhof in Fulda ist Zukunftsbahnhof. Das bedeutet, bis 2032 muss er laut DB ausgebaut sein", erläutert Stadtbaurat Daniel Schreiner. Heißt: Es wird kräftig saniert und umgebaut. Unter anderem soll Gleis eins für den ICE-Betrieb ausgebaut werden. Auch der ZOB soll verlagert werden - wie genau, ist allerdings noch nicht ganz klar. "Insgesamt will die Deutsche Bahn bis 2029 an allen Gleisen arbeiten. Auch das Gebäude muss dann überarbeitet werden. Es wird eine Machbarkeitsstudie zusammen mit der Stadt Fulda geben, in der alle Bedarfe bedacht werden."

Darunter fällt auch die Kiss & Ride-Anlage an der Richthalle. "Diese ist so beliebt, dass sie nicht richtig funktioniert", erklärt Schreiner. Heißt: Hier halten so viele Autos, dass die Kapazität überschritten wird. "Durch die hohe Frequenz des Bahnhofs gibt es hier viel Verkehr. Außerdem ist die Anlage viel zu eng für die Fahrzeuge", ergänzt Hans-Dieter Alt, Vize-Fraktionschef und Vorsitzender im Haupt- und Finanzausschuss. Ein Einbahnstraßensystem sei laut Schreiner hier denkbar, zudem eine bessere Anbindung für Fußgänger und Radfahrer. Das zugehörige Grundstück gehört jedoch der DB – die Verhandlungen laufen.

Esperanto und Waldschlösschen: Erfolgsgeschichten

Abseits der Bahnhofsthematik gab es auch Erfreuliches zu berichten. Das Esperanto bezeichnete Alt als "eine der wesentlichen Erfolgsstorys" für die Auslastung und Attraktivität der Stadt. Wie Gremm berichtet, habe das Hotel mit insgesamt 327 Zimmern rund 100.000 Übernachtungen pro Jahr zu verzeichnen. "Wir sind stark am Investieren und haben bereits vier Millionen Euro in die Infrastruktur gesteckt. Die Zimmer wurden renoviert und der Restaurant-Bereich neu gestaltet. Die nächsten Baumaßnahmen müssen jetzt gut durchdacht sein", erklärt Martin Gremm. Insgesamt sollen hier noch weitere 70 Millionen Euro investiert werden.

Den Abschluss des Rundgangs bildete das frisch eröffnete Restaurant Waldschlösschen. Investor und Geschäftsführer Martin Geisendörfer dankte der Stadt Fulda für die gute Zusammenarbeit beim Bau und betonte den Qualitätsanspruch des Hauses – auch beim Bier: "Da hängt für mich Herzblut dran", erklärt Geisendörfer. Und zum bayrischen Augustiner-Bier, das im Waldschlösschen ausgeschenkt wird, sagt er abschließend: "Hier wird Qualität ausgeschenkt." (Moritz Pappert) +++


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