"Achtmal hatte ich Tränen in den Augen."
Haune-Rock ist Festival aus Leidenschaft – Sascha Ruppert im Gespräch
Fotos: Julia Pracht
13.07.2026 / HAUNETAL -
Vom 15. bis zum 19. Juli 2026 wird Odensachsen wieder von Rock- und Metalfans aus der ganzen Bundesrepublik überrollt, wenn die neunte Auflage des Haune-Rock Festivals steigt. Mit Royal Republic, Fiddler's Green und Madsen sind in diesem Jahr international gefeierte Künstler dabei, aber auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen. OSTHESSEN|NEWS hat sich mit Sascha Ruppert, Veranstalter des Festivals, unterhalten.
Odensachsen hat als Teil der Marktgemeinde Haunetal weniger als 200 Einwohner. Zum Haune-Rock erwartet der Veranstalter um die 3.000 Gäste, nicht wenige davon campen für mehrere Nächte in und um den kleinen Ort herum. Das Rockfestival ist in den letzten neun Jahren richtig groß geworden.
Handgemachtes Festival
Sascha, ihr steckt mitten im Aufbau, Baufahrzeuge sind unterwegs, Kabel und Schilder liegen auf den Straßen. Trotzdem nimmst Du Dir Zeit für das Gespräch. Wie läuft es denn, seid ihr im Zeitplan?Sascha Ruppert: Wir bauen eigentlich zwei Wochen auf. In der letzten Woche haben wir die Zelte aufgebaut, Strom und Wasser gelegt, die Fußböden verlegt. Diese Wochen haben wir Zeit, alles aufzubauen, was angemietet ist. Das betrifft die ganze Bühnentechnik, die Bierinseln und die Kühlwagen. Das können wir jetzt alles in Ruhe platzieren. Wir liegen gut in der Zeit.
Wer ist das, "wir"? Du machst das ja nicht alleine.
Sascha Ruppert: Wir sind um die 20 bis 25 Leute im Orga-Team. Das ist ein Freundeskreis, der über die Jahre entstanden ist. Wir kennen uns zum Teil seit über mehreren Jahrzehnten, waren oft zusammen bei Rock am Ring und beim Open Flair. Wir haben uns auf den Festivals kennengelernt. Und seit neun Jahren machen wir jetzt das Haune-Rock.
Das heißt, das Haune-Rock ist aus eurer Leidenschaft für die Musik und für Festivals heraus entstanden?
Sascha Ruppert: Ja genau – wir holen uns einfach die Bands her, die wir haben wollen, mit denen wir uns ein Festival wünschen.
Sascha Ruppert: 90 Prozent sind immer noch Spaß, auf jeden Fall! Das Festival ist zwar größer und damit aufwändiger in der Organisation geworden. Aber gleichzeitig haben wir mehr Routine, die Arbeitsabläufe sind bekannt, es läuft rund. Das ist also auch wesentlich entspannter geworden.
Festival aus Leidenschaft
Ihr macht das Festival aus Leidenschaft, weil ihr einfach Festival mögt. Bei welcher Band sehen wir euch dieses Jahr auf dem Infield, wann geht ihr so richtig ab?Sascha Ruppert: Das muss jeder im Team für sich entscheiden. Aber ich persönlich werde bei Royal Republic nicht mehr zu halten sein. Und erfahrungsgemäß auch am Samstagabend, wenn die letzte Band auf der Bühne steht. Vorher machen wir dann immer eine kleine Verabschiedung, das ist ein ganz emotionaler Moment. Das ist dann der Peak der Schlaflosigkeit, da wird Dank an gewisse Personen ausgesprochen – acht Mal hatte ich jetzt Tränen in den Augen, mal sehen, wie es beim neunten Mal ist. Wenn dann das Feuerwerk steigt, stehen wir geschlossen vom Orga-Team da und lassen auch mal die Emotionen raus.
Du freust Dich also besonders auf Royal Republic?
Sascha Ruppert: Ja, das ist eine der besten Live Bands, die es gibt. Die spielen ja schon am Freitag. Und dass wir dann am Samstag auch noch Madsen hier haben – das ist für ein Festival unserer Größe echt eine Ausnahmesituation!
Emotionen erreichen am Samstagabend den Höhepunkt
Dein schönstes Erlebnis vor, während, nach oder durch Haune-Rock – gibt es da etwas, was Du gerne teilen willst?Sascha Ruppert: Also, der absolute Gänsehautmoment war eigentlich die Corona-Edition. Wir waren das erste Festival, das da wieder an den Start gegangen ist. Da sind die Leute zu uns gekommen, wir hatten eine lange Schlange, noch unter Corona-Bedingungen, vom Gelände unten bis hier hoch zur Halle. Diese Dankbarkeit von den Leuten, wie die sich alle gefreut haben – das war Gänsehaut pur. Auch die Bands waren so dankbar, dass sie endlich mal wieder spielen konnten, dass das vor Publikum live möglich war. Das war wirklich richtig krass.
Gab es auch mal, was so richtig danebenging? Etwas, was Du auf keinen Fall nochmal erleben willst?
Sascha Ruppert: Gab es da etwas? Hm, so richtig tief negative Erfahrungen haben wir eigentlich nicht gemacht. Oh, doch! Letztes Jahr war gleich am ersten Tag ein Klo verstopft. Das haben wir vorsorglich von außen zugeschlossen und gleich wieder vergessen. Eingefallen ist uns das erst wieder am Montag beim Abbau und beim Reinigen des Klowagens. Das war eine sehr, sehr eklige Erfahrung, weil es letztes Jahr sehr heiß war. Das brauche ich echt nicht nochmal!
Okay, konzentrieren wir uns nochmal auf die schönen Dinge … Gibt es noch Tickets?
Sascha Ruppert: An den Vorverkaufsstellen gibt es keine mehr, aber online sind noch ein paar verfügbar, und wir halten auch für die Abendkasse noch ein paar Tickets vor. Aber wir werden am Samstag kurz vor Konzertbeginn wieder ausverkauft sein, und am Freitag diesmal auch, denke ich. Camping wird auch eng, vor allem in den Family Camps, obwohl wir die Areale vergrößert haben. Wer sicher gehen will, dass er noch ein Ticket bekommt, sollte das also ganz schnell online buchen und direkt zahlen – Versandgebühren gibt es nicht, die Tickets können direkt aufs Handy geladen werden!
Danke für das Gespräch und dass Du Dir so viel Zeit genommen hast, Sascha! (mbw) +++