MP: "Kinderschutz ist nicht verhandelbar"
Täter bleiben unerkannt? EU mit Weg für neue Regeln gegen Kindesmissbrauch
Symbolbild: pixabay
10.07.2026 / WIESBADEN/STRAßBURG - Bereits seit Jahren verhandelt die EU über Regelungen zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Internet. Dabei geht es um die Frage, inwieweit Anbieter von Kommunikationsdiensten verpflichtet werden sollen oder es ihnen zumindest gestattet sein soll, die Kommunikation auf ihren Diensten automatisiert auf Darstellungen sexualisierter Gewalt zu durchsuchen und diese Darstellungen zu melden.
Das Europäische Parlament hat am Donnerstag erneut über die sogenannte CSA-Interim-VO abgestimmt, seine ablehnende Entscheidung aus dem März dieses Jahres revidiert und damit den Weg für weitere Verhandlungen über eine Verlängerung freigemacht. Der Rat muss der Verordnung noch zustimmen.
MP Rhein: "Notwendige Kehrtwende für den Schutz von Kindern"
Ministerpräsident Boris Rhein sagte: "Das Europäische Parlament hat heute eine notwendige Kehrtwende für den Schutz von Kindern getroffen. Viel zu lange dauert es schon, dass Internetdienstanbieter Darstellungen sexualisierter Gewalt nicht mehr rechtssicher aufdecken und melden können. Das ist mehr als eine technische Regelung; es ist ein Bekenntnis für mehr Kinderschutz. Der Schutz unserer Kinder darf niemals verhandelbar sein." Innenminister Poseck: Beim Schutz von Kindern darf es keine Kompromisse geben
Innenminister Roman Poseck erklärte: "Das Europäische Parlament sendet heute ein richtiges und wichtiges Signal für den Kinderschutz. Nach einer langen Hängepartie gibt es hoffentlich bald Klarheit: Anbieter von Kommunikationsdiensten müssen wieder die Kommunikation auf ihren Diensten automatisiert auf Darstellungen sexualisierter Gewalt durchsuchen und diese Darstellungen melden."Weiter sagte Poseck: "Wenn es um das Wohlergehen und den Schutz von Kindern geht, darf es keine Kompromisse geben. Das Argument des Datenschutzes ist hier fehl am Platz. E-Mail-Inhalte werden beispielsweise standardmäßig auf das Vorhandensein von Viren oder Spam gefiltert. Warum es bei der Aufdeckung von Missbrauchsbildern seit Jahren große Aufregung gibt, erschließt sich vor diesem Hintergrund in keiner Weise. Datenschutz darf bei Kinderpornografie und beim Kindesmissbrauch nicht Täterschutz sein."
Gesundheitsministerin: "Wir müssen alles tun, um Missbrauch zu verhindern"
Hessens Familien- und Gesundheitsministerin Diana Stolz nannte die heute gefallene Entscheidung einen wichtigen "Zwischenschritt" auf dem Weg zu mehr Schutz für die Kinder. "Kinderschutz ist immer noch zu sehr unter dem Radar. Das Europäische Parlament hat heute ein wichtiges Signal gesendet. Es müssen aber noch viele weitere folgen. Jedes einzelne Kind, dem wir helfen können, und jedes einzelne Kind, das wir vor Schlimmem bewahren können, ist es wert. Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um Missbrauch zu verhindern. Das gilt auch und in der heutigen Zeit ganz besonders im Internet." (mis/pm) +++