Ein Teller voller Gemeinschaft

Monatliches Mittagessen gegen Einsamkeit im Alter

Mechthild Klee (links) und ihre Helferinnen zusammen in der Küche.
Fotos: Rene Kunze

13.07.2026 / EITERFELD - Allein essen? Für viele ältere Menschen ist das Alltag - und oft der schwierigste Moment des Tages. Im Pfarrheim Eiterfeld sieht das einmal im Monat ganz anders aus. Hier wird gemeinsam gegessen, gelacht und erzählt.



Seit Juli 2014 lädt Mechthild Klee regelmäßig zum gemeinsamen Mittagessen ein. Zusammen mit ihrer Cousine Hildegard und Irene Kircher kocht sie für die Gäste. Aus anfänglich zwölf Teilnehmern sind inzwischen regelmäßig bis zu 50 geworden.

Aus einer Idee wurde ein Treffpunkt

Die Idee entstand bei einem Trauertag. "Eine Frau sagte damals zu mir: Das Schlimmste ist, dass ich keine Lust mehr habe, für mich alleine zu kochen"", sagt Mechthild Klee. Dieser Satz ließ sie nicht mehr los. Noch am selben Tag stand für sie fest: Sobald das Pfarrheim fertig ist, soll es ein gemeinsames Mittagessen geben. Heute wird saisonal gekocht - und mit viel Liebe zum Detail. Ob Tafelspitz, Kartoffelsuppe, Pellkartoffeln mit grüner Soße oder Zucchini-Auflauf: Auf den Tisch kommen abwechslungsreiche Gerichte, dazu Salate und ein selbstgemachter Nachtisch. "Jeder soll etwas finden, was ihm schmeckt", sagt Klee. Serviert wird in großen Schüsseln direkt am Platz. "Dann wird immer wieder nachgenommen."

Weit über gutes Essen hinaus

Doch der eigentliche Grund, warum viele Gäste immer wieder kommen, befindet sich nicht auf dem Teller. "Wir freuen uns, wenn wir uns alle immer wieder sehen", sagt ein Gast. Bei diesem monatlichen Treffen würden Neuigkeiten ausgetauscht, Geburtstage gefeiert und manchmal sogar gemeinsam gesungen werden. Ein Gast bringe regelmäßig seine Quetschkommode mit. Dass das Angebot so gut angenommen wird, freut Mechthild Klee. Unterstützt wird sie von ihren Helferinnen und von Gästen, die es sich zur Aufgabe machen, den Tisch zu decken und bei den Vorbereitungen mit anzupacken.

Auch Kaplan Marcel Krawietz schaut regelmäßig im Pfarrheim vorbei. Er begleitet die Treffen, nimmt sich Zeit für Gespräche mit den Gästen und trägt hin und wieder auch eine von ihm selbstgemachte Speise bei. So ist aus einer einfachen Idee ein Ort der Begegnung geworden - für viele ein fester Termin im Monat und ein Stück Gemeinschaft, auf das sie nicht mehr verzichten möchten. (vm) +++

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