Neues Leben im Ortskern

Wohnungen statt Leerstand: Gemeinde plant Umbau der alten Grundschule

Die ehemalige Grundschule soll bald wieder mit Leben gefüllt werden. Im Ober- sowie im Dachgeschoss sollen Wohnungen geschaffen werden.
Fotos: Justin Klenner

10.07.2026 / HOSENFELD - Kommune im Kampf gegen Leerstand im Ortskern! Bereits seit dem Jahr 2024 steht das Hauptgebäude der ehemaligen Grundschule in Hosenfeld-Hainzell (Kreis Fulda) leer. Um den Leerstand schnellstmöglich zu beenden, plant die Gemeinde, im Ober- und Dachgeschoss Mietwohnungen zu schaffen. Für die Fläche im Erdgeschoss gibt es aktuell noch keine konkrete Nutzung, doch die Gemeindevertretung ist für Nutzungsvorschläge offen.



Seit 2024 stehen die Räumlichkeiten der ehemaligen Grundschule leer. Im Nebengebäude befindet sich eine Geschichtswerkstatt, zudem werden einige Räume gewerblich genutzt. Auch die Turnhalle wird von Vereinen genutzt und mit Leben gefüllt. Nun möchte die Gemeinde den Leerstand im Hauptgebäude beenden. Dafür wurden bereits erste Ideen gemeinsam mit einem Architekten entwickelt und mögliche Förderprogramme ausgelotet.

"Leerstand in der Ortsmitte wertet den Kern ab, weil dort kein Leben stattfindet", sagt Hosenfelds Bürgermeister Frederik Hohnstein (parteilos). Genau diesen Leerstand möchte die Gemeinde nun beseitigen. Da das Gebäude ursprünglich bereits über Mietwohnungen im Ober- und Dachgeschoss verfügte, sollen dort erneut Wohnungen entstehen. "Die Grundrisse passen dafür", so Hohnstein.

Denkmalschutz erschwert Umnutzung

Das Gebäude wurde vor etwa 120 Jahren errichtet. Bei einem Rundgang mit einem Architekten wurde festgestellt, dass das Hauptgebäude unter Denkmalschutz steht. Damit kommen auf die Gemeinde zusätzliche Herausforderungen zu. Dies erschwere Arbeiten etwa an der Fassade oder den Fenstern. "Das müssen dann ganz bestimmte Fenster sein", erläutert der Bürgermeister. In den nächsten Monaten will die Gemeinde die Planungen konkretisieren. Gemeinsam mit dem Architekten soll eine Grobkostenschätzung erstellt werden. Zudem sollen Fachplaner eingebunden und weitere Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Mietwohnungen stärken die Heimatverbundenheit

Mit dem Bau von Mietwohnungen würden die Verantwortlichen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Lebens im ländlichen Raum leisten. Der Bedarf sei vorhanden, insbesondere weil auf dem Land überwiegend Einfamilienhäuser vorhanden seien. "Wenn die Kinder aus ihrem Elternhaus ausziehen, können sie sich vielleicht die Miete in Fulda nicht leisten oder wollen ihre Heimat nicht verlassen", erläutert Hohnstein. Bezahlbare Mietwohnungen seien dafür eine geeignete Alternative.

Erdgeschoss bleibt vorerst leer

Für das Erdgeschoss gibt es derzeit noch keine konkrete Nutzung. Aufgrund der vorhandenen Grundrisse, etwa wegen der hohen Decken und fehlender Sanitäranlagen, eigne sich die Etage nicht für weitere Mietwohnungen. Die Gemeinde möchte die Fläche daher aktiv vermarkten. "Wenn jemand ein Büro, eine Physiotherapiepraxis oder vielleicht sogar eine Gastronomie einbauen möchte, können wir gerne darüber sprechen", sagt Hohnstein. Ein Verkauf des Hauptgebäudes komme aufgrund der Heizanlage, die von allen drei Gebäudekomplexen gemeinsam genutzt wird, nicht infrage. Zudem hat das Gebäude für den Ortsteil Hainzell eine historische Bedeutung. "Wir wollen nicht einfach ohne Not verkaufen", betont der Bürgermeister. (Justin Klenner) +++

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