Unterstützung vor Ort

Mehr Schutz vor Benachteiligung: Hessen unterzeichnet Vereinbarung

Gemeinsames Signal gegen Diskriminierung: Hessen schließt sich Bundesinitiative an
Symbolfoto: Pixabay

09.07.2026 / REGION - Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung und das Land Hessen wollen künftig noch enger im Kampf gegen Diskriminierung zusammenarbeiten. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung ist Hessen das zehnte Bundesland, das sich dem "Bündnis gegen Diskriminierung – Vereinbarung über das gemeinsame Engagement für Antidiskriminierung" anschließt.



Ziel der Vereinbarung ist es, die Beratung und Unterstützung von Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, weiter auszubauen und bestehende Angebote zu stärken. Zudem wollen Bund und Länder künftig noch intensiver zusammenarbeiten und die Entwicklung der Antidiskriminierungsberatung regelmäßig dokumentieren.

Beratung vor Ort stärken

Ein Schwerpunkt der Vereinbarung liegt auf der Unterstützung von Beratungsangeboten in den Ländern. Hessen hat sich dazu bereit erklärt, die zivilgesellschaftliche Antidiskriminierungsberatung vor Ort weiter zu fördern. Darüber hinaus soll künftig einmal pro Legislaturperiode ein gemeinsamer Bericht von Bund und Ländern veröffentlicht werden, der die Entwicklung der Antidiskriminierungsberatung in Deutschland transparent darstellt.

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, betonte die Bedeutung wohnortnaher Hilfsangebote: "Diskriminierungsschutz muss da stattfinden, wo die Menschen sind – vor Ort. Für die mehr als sechs Millionen Menschen in Hessen ist die Vereinbarung eine gute Nachricht. Hessen stellt damit klar, dass Menschen eine qualifizierte und kostenlose Beratung vor Ort finden können. Das ist ein wichtiges Signal."

Hessen sieht wichtigen Fortschritt

Auch die hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann, begrüßte die Vereinbarung. Diskriminierung habe in der Gesellschaft keinen Platz, erklärte sie. Mit der Zusammenarbeit werde die wichtige Arbeit der Antidiskriminierungsberatungsstellen gestärkt und die Unterstützung für Betroffene in Hessen weiter ausgebaut.

Die erste Hessische Beauftragte für Antidiskriminierung, Berivan Sekerci, sieht in der Vereinbarung ebenfalls einen wichtigen Schritt: Die Stärkung der Antidiskriminierungsberatung sei ein zentraler Baustein für einen wirksamen Schutz vor Diskriminierung. Gleichzeitig werde die Zusammenarbeit zwischen Bund und Land sowie der fachliche Austausch gefördert.

Zehntes Bundesland im Bündnis

In Deutschland liegt der Schutz vor Diskriminierung in Bereichen wie Bildung, Polizei oder Justiz in der Verantwortung der Länder. Viele Bundesländer haben deshalb eigene Antidiskriminierungsstellen eingerichtet, einige zudem spezielle Landesantidiskriminierungsgesetze verabschiedet.

Neben Hessen haben bereits Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, das Saarland, Schleswig-Holstein, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt die Vereinbarung unterzeichnet. Mit dem Bündnis soll die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern künftig weiter ausgebaut und ein flächendeckendes Beratungsnetz für Betroffene gestärkt werden. (js/pm) +++

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