Am Krankenhaus Eichhof

Neuer Ethikbeauftragter: Dr. Norbert Sehn folgt auf Dr. Beate Kniepert

Gemeinsam bilden sie ein starkes Netzwerk innerhalb des Krankenhauses Eichhof: (von links) Chefarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin Dr. Martin Grapengeter, Leitende Oberärztin Dr. Ines-Christin Josek, Pfarrerin Karin Klaffehn, der neue Ethikbeauftragte Dr. Norbert Sehn und Krankenhaus Geschäftsführer Thomas Faust. Sie alle dankten der langjährigen Ethikbeauftragten Dr. Beate Kniepert (2.v.r.) für ihren Einsatz und ihr Engagement.
Foto: Eichhof-Stiftung Lauterbach

08.07.2026 / LAUTERBACH - Der frühere Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dr. Norbert Sehn, übernimmt am Lauterbacher Krankenhaus die Aufgabe des Ethikbeauftragten. Er folgt auf Dr. Beate Kniepert, die nach sechs Jahren engagierter Arbeit für Patienten, Angehörige und Mitarbeitende offiziell verabschiedet wurde.



Mit der Zertifizierung "Ethikberatung im Gesundheitswesen" hat Dr. Sehn, ein erfahrener und geschätzter Mediziner, die entsprechende Qualifikation erworben. Ethikberater im Gesundheitswesen unterstützen bei moralischen Konflikten in der Patientenversorgung. Sie moderieren ethische Fallbesprechungen, etwa bei Fragen zur Therapiebegrenzung, entwickeln Richtlinien für Einrichtungen und entlasten medizinische Teams in schwierigen Situationen.

Patienten, Ärzte, Pflegekräfte oder Angehörige können sich an die Ethikberatung wenden

Für Dr. Sehn gehört die Ethikberatung fest zur Kultur eines modernen Krankenhauses. In Hessen sei eine solche Funktion inzwischen vorgeschrieben – auch wenn sie ehrenamtlich ausgeübt werde. "Die neutrale Position des Ethikbeauftragten soll dabei helfen, bestmögliche Entscheidungen zu treffen. Patienten, Ärzte, Pflegekräfte oder Angehörige können sich gleichermaßen an die Ethikberatung wenden", erklärt der Mediziner. Der Ethikbeauftragte prüfe die Anfrage und bringe anschließend alle Beteiligten in einem geschützten Rahmen zusammen, ohne dass das Gespräch für die Teilnehmenden Konsequenzen habe. Im Anschluss werde eine Empfehlung ausgesprochen.

Unterstützt wird Dr. Sehn von Pfarrerin Karin Klaffehn. Die erfahrene Seelsorgerin sieht es als Vorteil an, wenn der Ethikbeauftragte Arzt ist – so werde gleich abgeklärt, ob es sich bei einer Anfrage um eine medizinische, ethische oder seelsorgerische Fragestellung handele. Ihre Rolle möchte sie daher keinesfalls als "moralische Instanz der Kirche" missverstanden wissen. Vielmehr möchte sie die explizit "nicht-medizinischen", sondern seelsorgerlichen Aspekte einbringen. Dank ihrer systemischen Ausbildung wird sie die Gespräche in Grenzsituationen des Lebens empathisch, lösungsorientiert und wertschätzend begleiten.

Bei Entscheidungen von Patienten, die von Angehörigen nicht mitgetragen werden, oder bei Konflikten im Arbeitsalltag könne die Ethikberatung helfen und Belastungen auf mehrere Schultern verteilen, betont Dr. Sehn und weist eindrücklich darauf hin: "Es geht in der Ethik nicht um die Bewertung von Behandlungsmaßnahmen. Vielmehr soll zwischen den Beteiligten moderiert und zugleich der Wille der Patienten respektiert werden."

Schwerstkranken und sterbenden Menschen Begleitung ermöglichen

Geschäftsführer Thomas Faust sieht das Krankenhaus Eichhof für die Zukunft gut aufgestellt. Die Arbeit des Ethikbeauftragten ist ein wichtiges Instrument für den zwischenmenschlichen Frieden. Ethikberatung könne helfen, Konflikte abzufedern oder auch Behandelnde, Patienten und Angehörige bei schwierigen Entscheidungen am Krankenbett zu unterstützen – etwa bei der Auslegung von Patientenverfügungen oder Fragen der Intensivmedizin. Er sei froh, dass mit Dr. Sehn ein erfahrener Mediziner für die ehrenamtliche Tätigkeit als Ethikbeauftragter gewonnen werden konnte. In der Zusammenarbeit mit Karin Klaffehn sei dies ein großer Gewinn.

Mit Dr. Ines-Christin Josek, Oberärztin der Anästhesiologie und Intensivmedizin, die als Bindeglied zum Vogelsberger Hospiz- und Palliativnetzwerk fungiert, vertritt eine weitere Medizinerin die Aspekte von Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Das Netzwerk ist ein wichtiges Instrument in der Begleitung von Menschen am Ende ihrer Lebenszeit. Gemeinsames Ziel ist, schwerstkranken und sterbenden Menschen eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung zu ermöglichen – individuell abgestimmt auf ihre persönliche Lebenssituation. Ethikberatung bildet dabei eine wichtige Grundlage, um Entscheidungen verantwortungsvoll, transparent und stets im Sinne der betroffenen Menschen zu treffen.

Mit der Nachfolgeregelung wird die Ethikberatung am Krankenhaus Eichhof nahtlos weitergegeben. Einigkeit herrschte darüber, dass Dr. Beate Kniepert als empathische Ärztin die Ethikberatung des Hauses mit großem Einfühlungsvermögen, fachlicher Kompetenz und menschlicher Wärme geprägt habe. (mis/pm) +++

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