Kommentar von Hans-Hubertus Braune

Zum WM-Skandal: Am Ende gewinnt der Fußball - Rote Karte für die "Mächtigen"

Genau deshalb lieben wir den Fußball: Pure Emotionen nach einem heißen Pokalspiel im Hessenpokalfinale zwischen Kickers Offenbach und der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz
Archivbild: O|N/Hans-Hubertus Braune

08.07.2026 / REGION - Der Fußballgott hat gesprochen und klare Kante gezeigt: Obwohl die Fußballnationalmannschaft der USA ihren zwischenzeitlich gesperrten Stürmer Folarin Balogun im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Belgien einsetzen durfte, hat es nicht gereicht.



Die Belgier gewannen das Duell klar mit 4:1 (2:1) und stehen im Viertelfinale der WM in den USA. Daran kann selbst der amerikanische Präsident Donald Trump nichts mehr ändern.

Dieser soll in einem Telefongespräch mit dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino den Weltverband aufgefordert haben, die Rote Karte gegen den US-Stürmer zu prüfen und rückgängig zu machen. Viel ist darüber geschrieben und gesagt worden. Telefoniert haben sie laut den Zitaten. Aber Einfluss genommen? Natürlich nicht, erklärten die beiden Machthaber. Die "Rote" war plötzlich gar nicht mehr "rot" und nur noch zur Bewährung ausgesprochen. Bewährung? Es wird immer verrückter. Egal, was auch immer geschah, der globale Schaden für den Fußballsport ist immens. Zwar nicht in diesem einen so wichtigen Spiel für die Belgier, doch für den Fußball insgesamt.

Wer am wenigsten für dieses Dilemma kann? Der Spieler selbst. Dass er direkt nach dem Schlusspfiff zum Trainer der Belgier ging und diesem zum Sieg gratulierte, zeigt es. "Er kam zu mir, das hat mir gefallen", wird Rudi Garcia in einem Artikel vom ZDF-Sportstudio zitiert. Vielleicht hat dieses ganze Theater den US-Spielern mehr geschadet als genützt. So vom Kopf her?

Dass der Fußball im Milliardengeschäft nur eine Ware ist und die Spieler selbst zu funktionieren haben, ist nichts wirklich Neues. Stellt sich die Frage, wann die Grenze erreicht ist? Es wird immer komplizierter. Der Sport selbst ist doch nur noch Mittel zum Zweck - zumindest auf dieser großen Bühne. Kann man im Stadion überhaupt noch über ein Tor jubeln, oder muss man nicht lieber warten, bis die 100. Kamera alles doppelt und dreifach gecheckt hat? Emotionen sind doch das Salz in der Suppe. Doch diese schmeckt leider immer weniger.

Meiner Meinung nach müssen die Regeln dringend vereinfacht und nicht immer komplizierter werden. Da es aber immer um viel Geld geht, darf nichts dem Zufall oder gar den Tatsachen entsprechen. Damit wird der Fußball als Sport Nummer eins irgendwann komplett zerstört. Wenn jede einzelne Szene hinterfragt wird, wenn jede einzelne Entscheidung des Schiedsrichters angezweifelt wird, wenn es einen Nachteil für die eigene Mannschaft bedeutet, brauchen wir uns nicht zu wundern. Im Großen wie im Kleinen.

Vieles liegt an der Regelwut des Verbandes. Es wird immer komplizierter, kaum jemand blickt mehr durch. Die Verbände machen es nur schlimmer. Selbst im Amateursport geht es oft nicht mehr um den Fußball, um die Leistung der Spieler, sondern um den Schiedsrichter. Wer verliert, weiß, wer schuld ist. Der Schiedsrichter gilt oft als Sündenbock.

Woran das liegt? Meiner Meinung nach ist alles völlig überdreht. Vielleicht ist manchmal weniger mehr? Weniger Theatralik, weniger Egoismus, weniger Flugzeiten einzelner, die genau wissen, wie man sich vielleicht einen Vorteil verschaffen kann und einen Platzverweis des Gegners provoziert, und vor allem auch weniger Kartenspiele?

Lasst die Spieler kicken, uns Zuschauer, Fans, Funktionäre voller Leidenschaft mitfiebern. Über Niederlagen ärgern, über Siege freuen. Den Rest erledigt der Fußballgott von ganz alleine. (Hans-Hubertus Braune) +++

OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus Braune
Foto: Carina Jirsch
Genauso muss ein Schiedsrichter agieren: Als Teil des Fußballspiels, hier eine Szene aus dem U15-Topspiel FSV Frankfurt - SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Saison 2025/2026
Archivbild: O|N/Hans-Hubertus Braune

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