Rathaus kontert - kein Unfug!
Radler-Rätsel am Watschelweg: Ist DIESER Bügel ein Schildbürgerstreich?
Foto: Privat
08.07.2026 / PETERSBERG -
Mitten auf einem Rad- und Fußweg am Watschelweg in Petersberg (Kreis Fulda) steht ein Metallbügel - quer über den Weg. Ein Leser schickte ein Foto davon ein und fragte fassungslos: Wie kommt jemand auf die Idee, dass DAS die beste Lösung ist, um Radler vor einem Sturz die Treppe hinunter zu bewahren?
Auf dem eingesandten Foto ist ein weißes Fahrrad-Piktogramm auf dem Asphalt zu sehen - daneben steht der weiß-rot gestreifte Metallbügel. Direkt im Hintergrund befindet sich das Gelände der Konrad-Adenauer-Schule. Nebenan liegt auch die Rauschenbergschule.
Wir haben deshalb bei der Gemeinde nachgehakt. Die Antwort fiel eindeutig aus: Der Bügel sei kein Unfug, sondern eine bewusste Sicherheitsmaßnahme.
Gefährliches Gefälle vor der Treppe
Der Grund für die ungewöhnliche Konstruktion: Der Weg führt bergab. Wer aus Richtung Rauschenberg kommt, sieht auf den ersten Blick nicht, dass sich der Pfad kurz darauf in Rampe und Treppe teilt. Die Folge: Radfahrer sind schon mehrfach aus Versehen über die Stufen gerauscht - mit Sturzgefahr.Auch Anwohner schlugen Alarm. Bei einem gemeinsamen Ortstermin forderten sie die Gemeinde auf, die Gefahrenstelle endlich zu entschärfen. Gerade weil hier täglich auch Schulkinder unterwegs sind, dürfte die Stelle besonders sensibel sein.
Barrierefreier Umbau wäre viel teurer gewesen
Die Verwaltung prüfte mehrere Varianten - auch einen kompletten barrierefreien Umbau der Treppe. Doch der wäre deutlich teurer gewesen und hätte sich nicht schnell umsetzen lassen. Die Gemeinde entschied sich stattdessen für die pragmatische Lösung: Bügel plus zusätzliche Markierung, die Radler auffordert, sich links zu halten. Gemeinde weist Kritik zurück
Sebastian Kircher aus dem Büro der Bürgermeisterin verteidigt die Maßnahme gegenüber OSTHESSEN|NEWS klar: Ein "Schildbürgerstreich" sei etwas Überflüssiges und Sinnloses - hier sei aber das Gegenteil der Fall. Die Verwaltung habe kostengünstig und pragmatisch für mehr Sicherheit gesorgt und damit genau das umgesetzt, was Bürgerinnen und Bürger gefordert hätten. Beschwerden über den Bügel habe es bislang keine gegeben.Der Preis: Nur 300 Euro!
Und was hat der Spar-Bügel gekostet? Gerade einmal rund 300 Euro - für Bügel und Markierung zusammen. Eingebaut hat ihn der gemeindliche Bauhof gleich selbst. Ob Schildbürgerstreich oder cleverer Sicherheits-Trick: Beschwerden gab es allemal, wenn auch wohl nicht bei der Gemeinde. (mmb) +++Archivbild: O|N / Marvin Myketin