Boots, Hüte, Freiheit in Dietershausen
"Gefühl der Heimat und des Fernwehs": "Round Up Rhön" lockt Country-Fans
Das Countryfestival "Round Up Rhön" bringt den Western-Flair zu uns nach Osthessen in die Rhön.
Fotos: TomaFocus
03.07.2026 / KÜNZELL -
Er duftet nach frischer Luft und Leder, überall, wo man hinblickt, sieht man Cowboyhüte und Westernboots, und man hört typische Countrymusik - dabei handelt es sich aber nicht um die amerikanischen Bundesstaaten Colorado, Texas oder Montana. Das Countryfestival "Round Up Rhön" bringt den Western-Flair zu uns nach Osthessen in die Rhön. Und so viel ist klar: An Authentizität fehlt es hier definitiv nicht!
Danny Williams, Organisator des Festivals und Inhaber von Country Connect, ist Deutsch-Amerikaner und bringt das ehrliche Western-Feeling mit "Round Up Rhön" an den Sportplatz in Künzell-Dietershausen. "Die Location hier ist etwas ganz Besonderes. Die Bäume, die Berge, diese typische Rhön-Kulisse - all das sind Gründe, dieses Event als Rhöner Montana zu beschreiben", sagte Williams im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS, dem offiziellen Medienpartner. Und wer braucht schon Rocky Mountains, wenn man die Fuldaer Rhön haben kann?
Zwei Tage lang - Freitag und Samstag - kommen hier Menschen zusammen, die diesen Lebensstil lieben. Niemand ist hier ohne Boots und Cowboyhut unterwegs - aber auch für die Neulinge gibt es Country- und Western-Aussteller mit perfekten Accessoires, um in die Szene einzusteigen. Aufmerksame Besucher haben vielleicht bemerkt, dass auch O|N bei den Cowboystiefeln nicht widerstehen konnte.
"Es ist ein Heimatgefühl"
Als Halb-Amerikaner hat er eine ganz eigene, besondere Geschichte zur Country-Szene. "Mir wurde das durch meinen Vater sozusagen in die Wiege gelegt. Ich bin mit Country-Kassetten groß geworden und es begleitet mich schon mein Leben lang. Es ist eine wahre Leidenschaft, das auszuleben", sagte Williams voller Begeisterung. Zwar erlebe das Genre seit Westernserien wie "Yellowstone" einen Aufschwung, doch trotzdem ist die Community noch "sehr klein". "Mit solchen Festen möchten wir darauf aufmerksam machen und zeigen, was Country ist."
Für Williams ist Country vor allem das: "Es ist ein Heimatgefühl und eine tolle Gemütlichkeit. Die Leute sind tiefenentspannt und genießen die Musik. Jedes Lied ist mit einer Ruhe und der Heimat verbunden. Das löst bei mir ein Gefühl des Fernwehs aus." Mit seinem Sohn in Deutschland wird er auch weiterhin dieses Genre herbringen - auch weil "es das Fernweh noch einzigartiger macht".
Und so scheint es auch hunderten Menschen zu gehen. 90 Prozent aller Besucher kommen bundesweit angereist, einige sogar aus den Nachbarländern. Am Freitag sagte der Organisator gegenüber O|N: "Wir erwarten etwa 700 Menschen." Sie alle können dann zwei Tage lang mit verschiedenen Künstlern wie Celin Stern, Red River Band und Koen Vael aus den Niederlanden die Country-Musik und das einzigartige Gefühl genießen.
Wenn die Sonne hinter den Hügeln der Rhön versinkt und die letzten Country-Klänge über den Platz wehen, wird klar, warum das "Round Up Rhön" für viele mehr ist als nur ein Festival. Es ist ein Treffpunkt für Menschen, die denselben Spirit teilen - ein Stück Heimatgefühl, Fernweh und Freiheit zugleich. Und genau dieses Gefühl nehmen die Besucher mit nach Hause, bis sie im nächsten Jahr wieder ihre Cowboyhüte aufsetzen und zurückkehren in das kleine "Rhöner Montana". (Mia Schmitt) +++