Neue Gewerbesteuerregelungen

Reformpaket der Koalition: "Die Nachricht aus Berlin ist pure Energie für Hanau"

Die Stadt Hanau begrüßt die Reformvorhaben der Bunesregierung
Foto: Stadt Hanau / Moritz Göbel

03.07.2026 / HANAU - Die Stadt Hanau fühlt sich in ihrer digitalen Entwicklungsstrategie bestätigt: Die im neuen schwarz‑roten Koalitionsprogramm angekündigte Reform der Gewerbesteuerregelungen für Rechenzentren könnte für Kommunen bundesweit – und besonders für Hanau – eine wichtige Weichenstellung bedeuten. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont, dass Hanau frühzeitig die Bedeutung moderner digitaler Infrastruktur erkannt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt habe.



Hanau zählt heute zu den zentralen Rechenzentrumsstandorten der Rhein‑Main‑Region. Kaminsky erinnert daran, dass die Stadt bereits vor Jahren eine umfassende Rechenzentrumsstrategie entwickelt hat: "Wir haben in Hanau vor vielen Jahren mit unserer Rechenzentrumsstrategie den Weg geebnet und sind einer der wichtigsten Rechenzentrumsstandorte in der Rhein‑Main‑Region, dem zentralen Knoten in Europa."

Früh habe man sich zudem in Berlin dafür eingesetzt, die Gewerbesteuerregelungen für Rechenzentren zu modernisieren. Dass diese Forderung nun im Koalitionsprogramm "für Aufschwung und Beschäftigung" aufgegriffen werde, sei ein starkes Signal: "Dass diese nun im heute veröffentlichten Koalitionsprogramm steht, ist pure Energie für Hanau."

Was steht im Koalitionsprogramm?

Im Koalitionspapier wird auf zwölf Seiten skizziert, wie die neue Koalition den Arbeitsmarkt flexibler gestalten und wirtschaftliche Impulse setzen will. Unter der Überschrift "Wachstum und Gerechtigkeit" heißt es auf Seite 5: "Rechenzentren‑Projekte müssen interessant für Kommunen vor Ort sein. Aufgrund der Gewerbesteuer‑Systematik profitieren sie kaum von der Ansiedlung eines Rechenzentrums. Es bedarf deshalb einer Regelung, die den Zerlegungsmaßstab für den Gewerbesteuer‑Messbetrag bei Rechenzentren alternativ zum Standardfall regelt."

Kaminsky sieht darin einen wichtigen Schritt für die digitale Zukunft Deutschlands und die Rolle der Kommunen: "Ganz Deutschland besteht aus Städten und Gemeinden, nur dort können Rechenzentren entstehen. Wenn man die digitale Revolution nicht verpassen will, muss man genau diesen Städten und Gemeinden Anreize bieten." Hanau habe früh erkannt, dass Rechenzentren nicht nur Infrastruktur, sondern Zukunftschancen bedeuten – und dass die Gewerbesteuer gerecht organisiert sein müsse.

Kompromiss muss gefunden werden

Besonders wichtig sei ein fairer Ausgleich zwischen Belastungen und Nutzen: "Der Ausgleich von lokaler Belastung, etwa durch Energie‑ und Wasserverbrauch sowie Flächenbedarf, und dem Nutzen, dazu gehören Steuereinnahmen, Arbeitsplätze und Abwärmenutzung, muss fair für alle Beteiligten gestaltet sein." Als langjähriger Kämmerer betont Kaminsky, dass die Gewerbesteuer ein zentraler Baustein kommunaler Infrastruktur sei. Eine Reform zugunsten der Städte und Gemeinden wäre daher "eine entscheidende Gesetzesänderung zu Gunsten aller Städte und Gemeinden, die sich für eine digitale Zukunft stark machen".

Hanau wolle weiterhin auf Innovation und nachhaltiges Wachstum setzen. Kaminsky erklärt: "Wir machen uns für die digitale Zukunft stark, schaffen als starker und wachsender Wirtschaftsstandort neue Perspektiven für Innovation, Technologien, wir setzen auf nachhaltiges Wachstum, fördern Beschäftigung." In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten seien mutige Entscheidungen notwendig: "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren – und in der Hanauer Ergänzung sagen wir selbstbewusst: Wer kämpft, kann auch gewinnen." (pg/pm) +++

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