Nach verbotener Bischofsweihe
Vatikan schließt ultrakonservative Piusbrüder aus der Kirche aus
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03.07.2026 / SCHWEIZ/ROM -
Allen vorherigen Warnungen zum Trotz hat die erzkonservative Piusbruderschaft gegen eine strikte Anweisung des Papstes verstoßen und am Mittwoch in der Schweiz in einer großen Zeremonie vier neue Bischöfe geweiht. Als prompte Reaktion hat der Vatikan die gesamte Gruppe aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Sechs Priester wurden exkommuniziert.
Die Bischöfe der "Priesterbruderschaft St. Pius X.", Alfonso de Galarreta und Bernard Fellay sowie die neugeweihten Bischöfe Pascal Schreiber, Michael Goldade, Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier hätten sich "ipso facto" die Exkommunikation "latae sententiae" zugezogen. "Sie haben 'eine Handlung schismatischer Natur' vollzogen, nämlich die 'Bischofsweihe' von vier Priestern ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen des Papstes ", heißt es in einem Dekret, das von Kardinal Víctor Manuel Fernández, dem Präfekten der Verwaltungsbehörde des Vatikans der römisch-katholischen Kirche, unterzeichnet wurde. Das Dekret reagiert damit auf die verbotene Bischofsweihe in der kleinen Walliser Gemeinde Écône.
Die Piusbrüder feiern ihre Messe nach alter Liturgie komplett in Latein und lehnen Teile der modernen katholischen Lehre ab. Auch in Fulda sind sie mit einer Gemeinde in Horas präsent und trafen sich hier häufig zur Nationalwallfahrt des deutschen Distrikts. Dabei riefen sie zu Treffen an der Gruft des Heiligen Bonifatius im Fuldaer Dom auf, was das Bistum ausdrücklich untersagt hatte. Im Juni 2009 hatte die Bruderschaft für Schlagzeilen gesorgt, weil sie in Fulda - gegen die Anordnung des Bistums und des damaligen Bischofs Algermissen - eine eigene Kapelle geweiht hatte.
Der ultrakonservativen Bruderschaft gehören nach eigenen Angaben rund 700 Priester an. Bei Regensburg unterhält die Gemeinschaft ein eigenes Priesterseminar. (ci)+++