Haushalt genehmigt, Sorgen bleiben
Gemeinde warnt vor struktureller Überlastung - Lage bleibt angespannt
Symbolfoto: Pixabay
03.07.2026 / SCHENKLENGSFELD -
Der Haushalt der Gemeinde Schenklengsfeld ist genehmigt und erlangt am 4. Juli 2026 Rechtskraft. Damit erhält die Gemeinde die notwendige haushaltsrechtliche Grundlage, um neue Maßnahmen zu beginnen und wichtige Projekte umzusetzen zu können.
Bürgermeister Andre Wenzel bewertet die Genehmigung grundsätzlich positiv, warnt jedoch zugleich davor, die aktuelle Entwicklung als Entwarnung zu verstehen.
Trotz Genehmigung bleibt die finanzielle Lage angespannt
"Die Genehmigung unseres Haushaltes ist eine gute Nachricht für die Gemeinde Schenklengsfeld. Sie bedeutet die sofortige Handlungsfähigkeit in diesem Jahr. Von einer Entspannung der finanziellen Lage kann jedoch keine Rede sein", so Bürgermeister Wenzel.Die Gemeinde stehe weiterhin vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Insbesondere Investitionen in kommunale Pflichtaufgaben belasteten den Haushalt massiv. Dazu zählen unter anderem die Bereiche Wasser und Abwasser, Feuerwehr, Straßen sowie weitere infrastrukturelle Aufgaben, die von den Kommunen zwingend zu erfüllen sind. Zudem steigt die Verschuldung der Kommune durch diese Mammutprojekte weiter massiv an.
Als Beispiele nennt die Gemeinde unter anderem das Kläranlagenprojekt Malkomes, die anstehende Sanierung der Eisenacher Straße, den Neubau des Feuerwehrhauses sowie weitere notwendige Investitionen in die kommunale Infrastruktur. "Diese Maßnahmen sind notwendig und richtig. Sie dienen der Sicherheit, der Daseinsvorsorge und der Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde. Gleichzeitig zeigen sie aber sehr deutlich, unter welchem finanziellen Druck die Kommunen inzwischen stehen", erklärt der Bürgermeister.
Kommunen warnen vor zunehmender Überlastung
Wenzel verweist in diesem Zusammenhang erneut auf die schwierige Lage vieler Städte, Gemeinden und Landkreise. Immer mehr Aufgaben würden auf die kommunale Ebene übertragen, ohne dass die entsprechende Finanzierung dauerhaft gesichert sei."Wir brauchen faire Rahmenbedingungen"
"Die finanzielle Leidensfähigkeit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ist endlich. Kommunale Haushalte lassen sich nicht dauerhaft über höhere Gebühren, Beiträge oder Abgaben stabilisieren. Wir brauchen faire Rahmenbedingungen und eine ehrliche Diskussion darüber, was Kommunen leisten sollen und wie diese Leistungen finanziert werden", sagt Wenzel.Trotz der angespannten Rahmenbedingungen dankt der Bürgermeister der Verwaltung sowie den gemeindlichen Gremien für die konstruktive Zusammenarbeit bei der Haushaltsaufstellung. "In den vergangenen Jahren mussten Entscheidungen getroffen werden, die alles andere als einfach waren. Umso wichtiger ist es, dass Verwaltung und Gremien gemeinsam Verantwortung übernommen haben. Statt ausschließlich zu klagen, wurde konstruktiv gearbeitet und nach tragfähigen Lösungen gesucht", so Wenzel abschließend.
Die Gemeinde Schenklengsfeld werde auch weiterhin verantwortungsvoll, transparent und mit Augenmaß handeln. Klar sei jedoch: Die strukturelle Belastung der Kommunen nimmt weiter zu. Eine nachhaltige Stärkung der kommunalen Finanzen bleibe daher dringend erforderlich. (js/pm)+++