Himmelstreppe in Elters

Ein besonderer Moment: Spatenstich für die erste Radwegekirche Deutschlands

Bei strahlendem Sonnenschein nahm ein lang geplantes Projekt seinen Anfang. So steht jetzt der wohl ersten Radwegekirche - in Form einer Himmelstreppe - nichts mehr im Wege.
Fotos: Mia Schmitt

28.06.2026 / HOFBIEBER - "Heiß und historisch" - genau mit diesen Worten beschrieb Bundestagsabgeordneter Michael Brand das Zusammentreffen am Samstagmittag. Und treffender hätten sie wohl nicht sein können. Bei strahlendem Sonnenschein nahm ein lang geplantes Projekt seinen Anfang. So steht jetzt der wohl ersten Radwegekirche - in Form einer Himmelstreppe - nichts mehr im Wege.



Der Bauprozess der Himmelstreppe startete mit einem Gottesdienst und einem Spatenstich - passend neben dem Milseburgradweg bei Hofbieber-Elters im Landkreis Fulda. Die Himmelstreppe ist im Inneren ein geschützter Raum der Stille und außen eine offene Sitz-Treppe in Richtung des Radwegs. "Der Wunsch war, ein Projekt zu schaffen, das uns zusammenbringt", erklärte Uwe Bergmann, Vorstandsmitglied der Radwegekirche, im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Und genau dieser Wunsch soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 realisiert sein und eröffnet werden.

Was lange währt, wird endlich gut

Der Verein "Radwegekirche Milseburg" wurde 2015 als Förderung zur Finanzierung solcher Radwegekirchen gegründet. 2017 fand ein Architekturwettbewerb statt, bei dem das Architekturbüro Sturm und Wartzeck aus Dipperz gewonnen hat. Leider wurde schnell klar, dass die Ursprungsversion der Himmelstreppe nur in kleinerem Format realisierbar ist. "2024 hatten wir schließlich genug Geld zusammen, um mit der Realisierung starten zu können. Also haben wir einige Bau- und Förderanträge gestellt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Spatenstich stattfinden zu lassen", erklärte Bergmann gegenüber O|N die Historie.

Nach all der Zeit ist es kein Wunder, dass sich zahlreiche Menschen - darunter auch Vertreter der Politik und Kirche - am Samstagmittag versammelt haben, um in die Bauphase zu starten. Das Architekten-Ehepaar Jörg Sturm und Susanne Watzeck ist sogar mit dem Tandem angereist.

Feierlicher Gottesdienst mit Grußworten

Diakon Dr. Dr. Kai Witzel hielt den feierlichen Gottesdienst und ließ die bekannte Hessentags-Botschaft "Wir sind im Herzen eins" erneut aufleben. "Eine Radwegekirche zeigt uns, dass Gott uns leitet und unterstützt. Von hier aus können wir mit Gott gestärkt in unseren Alltag gehen", predigte er. Selbstverständlich folgte eine Segnung für alle Menschen und ihre Fahrräder.

Claudia Brandes, Bürgermeisterin von Petersberg, sprach für alle Kommunen: "Oft wurde die Frage gestellt, welchen Mehrwert das hat. Doch für uns ist das ganz klar: Alltagspendler können die Ruhe genießen und sich besinnen, für Touristen bietet das eine weitere Besonderheit in unserer Region."

Der Verein aus Hofbieber "Hessisch-Bayrischer Rad-Vierer" unterstützte dieses Werk mit einer Spende von 500 Euro und richtete ebenfalls kurze Grußworte an die Besucher. Auch die Gemeindevertretung, die Ortsvorsteherin von Elters, Christina Dehler, die Schutzengelpfarrei, der Kreisausschuss von Fulda, die Evangelische Kirchengemeinde Bieberstein-Dipperz sowie der Bundestagsabgeordnete Michael Brand und der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller meldeten sich mit kurzen Reden zu Wort.

Dabei machte Brand voller Stolz klar: "Eine solche Radwegekirche ist aktuell einzigartig in Deutschland und ich freue mich, dass es hier im Landkreis Fulda beginnt. Noch bevor der Bau überhaupt losgeht, hat das Werk bereits einiges hinter sich. Es gab Zweifler, aber es braucht immer Menschen, die an Dinge glauben und sie dann auch angehen."

"Das soll ein Ort der Begegnung sein"

Eine entscheidende Person, ohne die all das laut Bergmann nicht möglich gewesen wäre, ist Pfarrer Georg Ander-Molnár. Schon seit etwa 2012 trug er die Vision einer Radwegekirche in sich. Seine Motivation: Christliche Gemeinschaft erfahrbar zu machen - außerhalb klassischer Kirchenräume, dort, wo Menschen unterwegs sind. "Das soll ein Ort der Begegnung sein, alle sollen sich wohlfühlen", machte der Initiator Ander-Molnár klar.

Uwe Bergmann dankte den vielen Unterstützern und erinnerte daran, dass die Himmelstreppe vor allem eines sein soll: ein Ort zum Sitzen, Entspannen und Begegnen, offen für Gottesdienste, Hochzeiten und besondere Anlässe. Alle Anwesenden wünschten sich: "Möge die Himmelstreppe ein Ort der Stille, der Gemeinschaft und des Glaubens werden - für alle, die hier vorbeikommen." (mis) +++

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