Baustellen, Drogenproblematik, Kriminalität
Sicherheit im Bahnhofsviertel: Stadt und Land beschließen Sofortprogramm
Archivfoto: O|N/ Andreas Bejm
27.06.2026 / FRANKFURT AM MAIN -
Innenminister Roman Poseck und Oberbürgermeister Mike Josef haben am Freitag in einem Spitzengespräch über Maßnahmen zur Verbesserung der Lage im Frankfurter Bahnhofsviertel beraten. Poseck betonte, dass der 7‑Punkte‑Plan und die Innenstadtoffensive bereits zu mehr Sicherheit geführt haben – etwa durch Videoüberwachung, KI‑gestützte Auswertung, verstärkte Kontrollen und Aufenthaltsverbote. Laut Dokument sind die Straftaten zuletzt zurückgegangen, "insbesondere die Straßenkriminalität, die sich um 6,9 Prozent reduziert hat."
Die Polizei registriert jedoch eine aktuelle Verschlechterung, vor allem durch Baustellen, die zu einer Verdichtung der Drogenszene in der Niddastraße führen. Viele neue, teils wohnungslose Konsumierende seien hinzugekommen, was Verwahrlosung und Kriminalität verstärke.
Schulterschluss zwischen Stadt und Land
Die Landesregierung setze auch in Zukunft auf ein starkes soziales Fundament und "flankiert die Bemühungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit durch verlässliche Mittel für die Suchtprävention, innovative "Housing-First"-Projekte sowie den gezielten Ausbau der medizinischen Behandlung von Schwerstabhängigen in Form einer Substitutionsstudie", so der Innenminister. Kernpunkte des Sofortprogramms:
- Baustellen schneller abschließen, Gehwege freihalten, Reinigungsintervalle erhöhen, Toilettensituation verbessern.
- KI‑gestützte Gesichtserkennung im Strafverfahren vorantreiben; Initiative zur rechtlichen Zulassung biometrischer Echtzeit‑Identifikation.
- Bekämpfung von Finanz‑ und Sozialkriminalität, Razzien gegen Schwarzarbeit, illegales Glücksspiel, Bargeldbeschlagnahmen.
- Prüfung einer HSOG‑Befugniszone für rechtssichere Aufenthaltsverbote.
- Strengere Kontrolle, dass Personen aus Erstaufnahmeeinrichtungen in ihren zugewiesenen Gebieten bleiben.
- Mobile Polizeiwache verstetigen, feste Wache im Viertel einrichten; Stadtpolizei verstärkt Präsenz vor Konsumräumen.
- Beschleunigte Strafverfahren, optimierte Strafbefehlsprozesse, engere Abstimmung zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten.
- Crack‑Substitutionsstudie startet zeitnah.
- Fallkonferenzen nach Psych‑KHG zur besseren Abstimmung bei Risikopersonen.
- Drug‑Checking als streng begrenztes Modellprojekt in Konsumräumen.
- Kontrolle der Drogenkonsumräume zur Einhaltung aller Standards.
- 1 Mio. Euro für Suchtprävention – Prüfung zielgerichteterer Mittelverwendung.
- Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit, u. a. Housing‑First, Schnittstellenmanagement, Quartiersarbeit.
- Neues städtebauliches Förderprogramm für das Bahnhofsviertel ab Herbst 2026. (js/pm)+++