Wenn der Bürgermeister flunkert

Fakt oder Fake? Stadtführung mit Überraschungen

Mit roten und grünen Karten durch Hünfelds Geschichte
Fotos: Stadt Hünfeld

27.06.2026 / HÜNFELD - Zu einer außergewöhnlichen Schnupperführung hatte Bürgermeister Benjamin Tschesnok durch die Hünfelder Innenstadt eingeladen. Unter dem Motto "Wahrheit oder Bluff? Sie haben die Karte in der Hand!" erfuhren die Teilnehmer allerlei Wissenswertes über die Hünfelder Stadtgeschichte – doch nicht alles, was der Bürgermeister erzählte, entsprach der Wahrheit. Immer wieder streute er kleine Flunkereien ein, um das Wissen der Gruppe zu testen.



Die 28 Teilnehmer waren mit roten und grünen Karten ausgestattet: Grün stand für Fakt, Rot für Fake. So konnten sie direkt abstimmen, ob die jeweilige Geschichte stimmte oder nicht. Die Route führte quer durch die Innenstadt – vom Amtsbock am Rathaus über die Konrad‑Zuse‑Büste, das Goethe‑Denkmal, das Offene Buch, das Konrad‑Zuse‑Museum, die St.-Jakobus-Kirche und das Bonifatiuskloster bis hin zum Künstlerturm, dem Kegelspielhaus, dem Stiftsbezirk, dem Ehrenmal am Anger und schließlich zum Rathausplatz mit Blick zum Bahnhof.

Im Konrad‑Zuse‑Museum behauptete Tschesnok etwa, dort sei das Reiche Mädchen von Mackenzell ausgestellt. Einige rote Karten schnellten nach oben – zu Recht: Tatsächlich stammt die berühmte Figur aus Molzbach. Auch bei der Zahl der historischen Stadttore flunkerte der Bürgermeister. Neben dem Niedertor, dem Großenbacher Tor und dem Fuldaer Tor erfand er kurzerhand ein "Mackenzeller Tor" dazu.

Am Ehrenmal für die Gefallenen am Anger sorgte eine weitere Behauptung für rote Karten: Der Bürgermeister erklärte, der Adler schaue nach Osten, weil dort die Sonne aufgehe. In Wahrheit blickt er jedoch nach Westen – in Richtung des damaligen Feindes Frankreich.

Organisiert wurde die Schnupperführung von der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Hessisches Kegelspiel. Die nächste Führung findet am Sonntag, 12. Juli, statt und führt zur Burgruine Hauneck. Treffpunkt ist um 20 Uhr am Parkplatz Villa Phantasia in Haunetal‑Oberstoppel. (js/pm)+++





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