"Der Austausch bringt Mut und Kraft"

Krieg vor der Haustür: Oberst spricht bei Männerabend im Schönstatt-Zentrum

Deftige Rhöner Brotzeit, ein kühles Bier und ein Thema, das niemanden kaltlässt: Beim "Feierabend für Männer" im Schönstatt-Zentrum Dietershausen kamen am Donnerstagabend rund 80 Männer aus Fulda und der Umgebung zusammen.
Fotos: Victor Brühl

26.06.2026 / KÜNZELL - Deftige Rhöner Brotzeit, ein kühles Bier und ein Thema, das niemanden kaltlässt: Beim "Feierabend für Männer" im Schönstatt-Zentrum Dietershausen kamen am Donnerstagabend rund 80 Männer aus Fulda und der Umgebung zusammen. Zu Gast war Marcus Buß, Oberst i.G. im Generalstab und Bruder des Fuldaer Stadtpfarrers Stefan Buß, der eigens aus Bonn angereist war. Sein Thema: "Krieg vor der Haustür - Was bedeutet es, heute Soldatin oder Soldat in der Bundeswehr zu sein?"



"Das ist eine Veranstaltung, die es fünf Mal im Jahr gibt - bestimmt schon acht Jahre lang", erzählt Schwester M. Isabell Lustig (68), die die Reihe ins Leben gerufen hat und bis heute organisiert. Im Mittelpunkt stehen wechselnde Themen aus "Politik, Kultur, Wirtschaft in Verbindung mit Religion und der Frage, wie der Fortschritt dem Menschen dient". Diesmal, so Schwester Isabell, ging es "um das Thema Krieg vor der Haustür".

Der Ablauf ist über die Jahre gleich geblieben: "Die Männerabende beginnen mit einer deftigen Brotzeit, Vesper mit Bier", beschreibt die Organisatorin. Um 19 Uhr folgt dann der "Input" - der inhaltliche Teil, der bis 21.30 Uhr dauert. Am Ende steht für Schwester Isabell immer derselbe Schritt: "Wir versuchen, das, was Thema war, ins Gebet zu fassen." Auch der Verantwortliche für die Männerarbeit im Bistum Fulda war an diesem Abend dabei. Wer mochte, blieb anschließend noch zum Public Viewing, das an diesem Termin zusätzlich angeboten wurde.

Aus der ganzen Region - und ein Angebot, das es für Männer kaum gibt

Die Männer, die nach Dietershausen kamen, stammten längst nicht nur aus Fulda selbst. "Die Männer kommen aus der ganzen Umgebung von Fulda, über Büchenberg und Künzell", so Schwester Isabell. Diesmal war zudem "einiges an VIPs" dabei - etwa der Neuhofer Bürgermeister. Dass der Referent Marcus Buß zugleich der Bruder des Stadtpfarrers ist, verleiht dem Abend aus Sicht der Organisatorin noch einmal eine besondere Note: "Mein Bruder ist nah dran an den Entscheidern in der Politik. Ich denke, da wird es auch zu einer richtigen Diskussion kommen."

Entstanden ist der "Feierabend für Männer" aus einer Lücke, die Schwester Isabell wahrgenommen hatte: "Für die Frauen wird schon so viel angeboten, etwa das Frauenfrühstück. Für Männer gibt es kaum Angebote." Also habe man "ein Konzept mit Männern entwickelt" - aus einem einfachen Grund: "Weil es gut tut, dass Männer sich untereinander austauschen. Das merke ich schon: Der Austausch bringt Mut und Kraft."

Die Resonanz hat die Organisatorin selbst überrascht. "Es hat sich entwickelt - kleine Anfänge mit etwa 20 Männern", erinnert sich Schwester Isabell. Inzwischen ist daraus eine feste Größe geworden: "Wir mussten einen Anmeldestopp machen, weil es zu viel wird." (mmb) +++

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