Versorgung sichern, Strukturen stärken

Regionale Gesundheitsversorgung im Wandel: Austausch am Campus

Landrätin Sonja Rahm (3.v.r.) im Gespräch mit der Geschäftsführenden Direktorin Hannah Gilles (3.v.l.), dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. med. Sebastian Kerber (2.v.r.) sowie Chefärzten verschiedener Fachabteilungen am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt über die Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitsversorgung.
Foto: RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt / Katrin Schmitt

25.06.2026 / BAD NEUSTADT - Die Sicherstellung und Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in der Region war zentraler Gegenstand des ersten offiziellen Besuchs von Landrätin Sonja Rahm am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt. Im Austausch mit der Klinikleitung sowie Chefärzten verschiedener Fachbereiche standen aktuelle Herausforderungen und zukünftige Versorgungsstrukturen im Mittelpunkt.



Im Gespräch wurden insbesondere die haus- und fachärztliche Versorgung in der Region, die Weiterentwicklung bestehender Strukturen sowie eine engere Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen vor Ort thematisiert. Einigkeit bestand darin, dass eine verlässliche Versorgung nur gemeinsam gelingen kann – im Zusammenspiel von Kliniken, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Kommunen und politischen Entscheidungsträgern.

Stabile Versorgungsstrukturen für den Landkreis

Landrätin Sonja Rahm betonte die Bedeutung einer stabilen und zukunftsfähigen Versorgungsstruktur für den Landkreis: "Die Menschen erwarten zu Recht eine verlässliche medizinische Versorgung – vom Hausarzt bis zum Krankenhaus. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, Arztpraxen nachzubesetzen oder zeitnah Termine zu erhalten. Wir müssen Strukturen stärken, Fachkräfte gewinnen und die Versorgung besser vernetzen."

Der RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt verbindet überregionale Fachkliniken mit der Sicherstellung der Grund- und Regelversorgung. Das medizinische Leistungsspektrum reicht von ambulanter und stationärer Behandlung bis hin zur Rehabilitation. Schwerpunkte liegen insbesondere in der kardiovaskulären und muskuloskelettalen Medizin sowie im fachübergreifenden Zentrum für neurovaskuläre Medizin, das zuletzt durch die Etablierung der Neurochirurgie und den Ausbau der Neuroradiologie erweitert wurde. Mit jährlich mehr als 160.000 Patientinnen und Patienten übernimmt der Campus Bad Neustadt eine zentrale Rolle in der regionalen Gesundheitsversorgung und zählt mit rund 3.000 Mitarbeitenden zugleich zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region Rhön-Grabfeld.

Gemeinsam Verantwortung für die Versorgung übernehmen

"Die Herausforderungen im Gesundheitswesen lassen sich nur gemeinsam bewältigen", erklärte Hannah Gilles, Geschäftsführende Direktorin am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt. "Unser Ziel ist es, die Versorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln und dauerhaft auf hohem Niveau sicherzustellen. Dafür braucht es auch wirtschaftliche Stabilität, um Investitionen zu ermöglichen und eine verlässliche Patientenversorgung langfristig abzusichern. Der enge Austausch mit dem Landkreis ist hierfür von zentraler Bedeutung."

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen. Der Campus baut seine ambulanten Angebote kontinuierlich aus und verzahnt diese eng mit der stationären Versorgung. Ziel ist eine durchgängige, patientenorientierte Behandlung über alle Versorgungsstufen hinweg. Gemeinsam mit dem Landkreis sollen zudem mögliche Versorgungslücken frühzeitig erkannt und gezielt adressiert werden. Auch die Schnittstellen zwischen medizinischer Versorgung, sozialen Diensten und kommunalen Strukturen wurden in den Blick genommen.

Wachsende Anforderungen erfordern stärkere Vernetzung

Prof. Dr. med. Sebastian Kerber, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie I, unterstrich die wachsenden Anforderungen im Gesundheitswesen: "Eine älter werdende Bevölkerung und komplexere Krankheitsbilder treffen auf steigende Anforderungen in der medizinischen Versorgung. Umso wichtiger ist es, Versorgungsangebote konsequent zu vernetzen und attraktive Perspektiven für den ärztlichen Nachwuchs zu schaffen."

Neben medizinischen Fragestellungen wurden auch Standortfaktoren wie Wohnraum, Integration und die Attraktivität der Region als Arbeits- und Lebensort thematisiert. Damit wurde deutlich, dass eine nachhaltige Gesundheitsversorgung nur im Zusammenspiel verschiedener gesellschaftlicher Bereiche gelingen kann.

Im Rahmen des Besuchs erhielt die Landrätin zudem Einblicke in die medizinischen Prozesse am Campus. Vorgestellt wurden unter anderem die Abläufe der Notfallversorgung sowie die moderne Bildgebung in der Radiologie mit dem innovativen Photon-Counting-CT. Darüber hinaus informierte sie sich über die Strukturen der Geburtshilfe mit ambulanten und stationären Versorgungsangeboten.

Zum Abschluss vereinbarten beide Seiten, den begonnenen Dialog fortzusetzen und gemeinsam an Konzepten zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Rhön-Grabfeld zu arbeiten. Ziel bleibt eine verlässliche, gut erreichbare und zukunftsfähige medizinische Versorgung für die Menschen in der Region. (js/pm)+++

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