Hessen bleibt Taktgeber!

Weniger Vorschriften, mehr Vertrauen: Zweites Bürokratieabbaugesetz steht

168 Vorschriften gestrichen: Hessen treibt Bürokratieabbau voran
Symbolfoto: Pixabay

25.06.2026 / WIESBADEN - Ausländische Fachkräfte schneller in den Job bringen. Berichte nach Anlass – nicht aus Routine. 168 gestrichene Vorschriften in 70 Gesetzen. Das sind die wichtigsten Punkte aus dem 2. Hessischen Bürokratieabbaugesetz (BAG), das das Kabinett beschlossen hat.



"Wir wollen das Leben der Menschen einfacher machen. Der Staat muss für die Bürgerinnen und Bürger da sein – nicht umgekehrt. Mit diesem Gesetzespaket halten wir genau dieses Versprechen. Wir räumen Vorschrift für Vorschrift aus dem Weg. Was nur Zeit, Geld und Nerven kostet, aber niemandem etwas bringt – wird abgeschafft!", so Entbürokratisierungsminister Manfred Pentz (CDU).

Nachdem zum Jahresbeginn das 1. Bürokratieabbaugesetz in Kraft getreten war, legt die Staatskanzlei jetzt noch im ersten Halbjahr nach. "Der hessische Bürokratieabbau-Zug hat keine Bremse. Wir machen immer mit voller Kraft weiter und bringen das zweite Paket im Herbst in den Landtag ein. Und längst ist das dritte Gesetzespaket in der Pipeline", so Pentz weiter.

Ausgewählte Punkte des 2. BAG im Überblick:

Streichung von "Stand der Technik" wie Generalschlüssel

Vor allem der letzte Punkt ist Entbürokratisierungsminister Manfred Pentz ein Herzensanliegen. "Dass wir den pauschalen Verweis auf den "Stand der Technik" streichen, wirkt wie ein Generalschlüssel. Wir befreien Unternehmen, Behörden und Kommunen von wuchernden Regelwerken, setzen auf Maß und Mitte statt auf Goldstandards."

Bislang verweist die Formulierung "Stand der Technik" in zahlreichen Gesetzen auf Regeln privater Normungsgremien wie des DIN. Über den gesetzlichen Verweis wirken diese Normen dann selbst wie Gesetze, obwohl sie nie vom Gesetzgeber beschlossen wurden.

Die Konsequenz bisher: Man ist an kleinteilige, umfangreiche Vorgaben gebunden, die regelmäßig verschärft werden– etwa bei Vorgaben zur IT-Sicherheit oder dem Abwasserrecht. Künftig fällt dieser Automatismus in vielen Fällen weg. Vor allem Behörden dürfen künftig in Auflagen nicht einfach pauschal auf solche umfangreichen Regelwerke verweisen.

Bei Staatsmodernisierung führt Hessen

Die Staatskanzlei veröffentlicht das 2. Bürokratieabbaugesetz am Tag der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Ein wichtiger Punkt dort auf der Tagesordnung: Staatsmodernisierung. "Wenn es um einen modernen, schlanken und bürokratiearmen Staat geht, dann ist Hessen Vorreiter und Taktgeber", sagt Staatsminister Manfred Pentz. Er ist der erste – und bislang immer noch einzige – Entbürokratisierungsminister Deutschlands.

Im Dezember 2025 hatten sich die Länder mit Bundeskanzler Merz auf die Föderale Modernisierungsagenda geeinigt. Vieles davon ist in Hessen längst umgesetzt oder auf den Weg. "Hessen ist beim Thema Entbürokratisierung an vielen Stellen die Blaupause für einen modernen Staat. Unser Ziel ist ein Staat, der schlank ist in seinen Strukturen, schnell in seinen Prozessen und klar in seinen Aufgaben", sagt Ministerpräsident Boris Rhein (CDU).

"Auch jenseits der beiden Pakete zum Bürokratieabbau arbeiten wir täglich am schlankeren Staat. Dazu tragen alle Ressorts der Landesregierung ihren Teil bei", ergänzt Minister Pentz.

Im Alltag wird das bereits an vielen Stellen deutlich: Für Vereine werden die GEMA-Kosten bei öffentlichen Veranstaltungen übernommen. Das gilt aktuell auch für Public Viewing-Veranstaltungen bei der Fußball-WM. Die Novelle des Straßengesetzes wird Ersatzneubauten von Brücken einfacher und schneller machen. "Die Steuer macht das Amt" ist eine riesige Erfolgsgeschichte aus Hessen. Die Novelle des Denkmalschutzgesetzes hat viel Bürokratie in diesem Bereich abgebaut. Und bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bleiben den Kommunen viele Schmerzen erspart, weil Hessen die Direktvergabegrenzen deutlich angehoben hat: Bei Dienstleistungsverträgen kann bis 100.000 Euro, bei Bauleistungen bis 750.000 Euro auf eine Ausschreibung verzichtet werden.

Erstes Gesetzespaket zeigt Wirkung

Zum 1. Januar 2026 war das 1. Bürokratieabbaugesetz in Kraft getreten, das der Landtag voriges Jahr beschlossen hatte. Ein echter Meilenstein. Inzwischen entfaltet das Gesetz im Alltag der Menschen seine Wirkung, berichtet Entbürokratisierungsminister Pentz:

"Weniger Formulare, weniger Stempel, weniger Wartezeit: Pflegeheime werden von Berichtspflichten entlastet, Anträge lassen sich digital einreichen, Prüfungsunterlagen online übermitteln und Bauvorhaben einfacher umsetzen. Bürokratieabbau wird damit für die Menschen konkret spürbar."

Noch dazu hatte die Landesregierung schon zu Beginn der Legislaturperiode Strukturen für den systematischen Abbau von Bürokratie geschaffen:

Beim Bürokratieabbau geht es ums Ganze

Staatsminister Pentz macht abschließend deutlich, dass das Thema Bürokratieabbau von höchster Relevanz ist. "Die Bürger erwarten zurecht einen Staat, der funktioniert und für sie arbeitet. Nur wenn das gelingt, vertrauen sie dem System insgesamt. Deshalb ist der Abbau von Bürokratie immer auch eine Stärkung der Demokratie." (js/pm)+++

X